Downtown Boys - Cost Of Living - Cover
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Downtown Boys Cost Of Living


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit lateinamerikanischen Wurzeln ausgestatteter Punkrock, der von Wut und Krach lebt. Gut, aber auch anstrengend.

Das Sub-Pop-Label aus Seattle zaubert seit seiner Gründung im Jahr 1986 immer wieder Bands aus dem Hut, die es zu erstaunlichem Erfolg gebracht haben. Namen wie Fleet Foxes, Soundgarden, Nirvana, The Shins oder auch Mudhoney sollten allen Rockfans ein Begriff sein. Dass dabei auch jede Menge obskure Acts ins Netz gegangen sind, gehört dazu. In diese Schublade gehören sich auch die Downtown Boys aus Providence, Rhode Island, die mit ihrem dritten Longplayer „Cost Of Living“ auf Sub Pop gelandet sind.

Nach dem selbstbetitelten Debütalbum im Jahr 2012 und einer selbstbetitelten EP im Jahr 2014, folgte im Mai 2015 das zweite Album „Full Communism“, das auf gute Kritiken stieß und dem Rolling Stone das Statement „America´s Most Exciting Punk Band“ entlockte. Auf so einem Lob lässt sich aufbauen. Und so haut das Quintett in der aktuellen Besetzung Victoria Ruiz (Gesang, Texte), Joey La Neve DeFrancesco (Gitarre, Gesang), Mary Regalado (Bass), Norlan Olivo (Drums) und Joe DeGeorge (Saxophon, Keyboards) auf „Cost Of Living“ ein weiteres Mal seine rohen politischen und gesellschaftskritischen Kommentare raus.

Produziert wurde „Cost Of Living“ von Fugazis Guy Picciotto (u.a. Blonde Redhead, Vic Chesnutt, Gossip, Blood Brothers), der den Downtown Boys jede Menge fette Grooves aus den Hüften leierte, die sich mit dem kläffenden Gesang Victoria Ruiz‘ sowie den markanten Saxophon-Klängen von Joe DeGeorge paaren, womit auch die beiden hervorstechendsten Merkmale im Sound der Band genannt sind. Denn sowohl das zumeist schräg sägende Saxophon, als auch das keifende Organ der Mexikanerin am Mikrophon, sind Fixpunkte, die die Hörerschaft in zwei Lager teilen dürfte. Love it, or leave it!

Mit aufrüttelndem Krach zwischen Punk und Hardcore unterstreichen die Downtown Boys ihre politischen Ansichten und packen damit gewiss auch den Hörer. Allerdings sollte dabei nicht verhehlt werden, dass der Hörgenuss von „Cost Of Living“ durchaus anstrengend ausfällt, zumal auch auf Melodien kein großer Wert gelegt wird. So bleiben das trötende Saxophon und das Geschrei von Victoria Ruiz am ehesten in Erinnerung, was vielleicht nicht unbedingt förderlich ist.

Anspieltipps:

  • A wall
  • Lips that bite
  • I’m enough (I want more)
  • Somos chulas (no somos pendejas)
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