Gordi - Reservoir - Cover
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Gordi Reservoir


  • Label: Jagjaguwar/CARGO
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
8.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Gordi bleibt bei ihren Dream-Pop-Leisten und konzentriert sich gekonnt auf ihre Stärken. Gordis „Reservoir“ ist ein kreativer Rückzugsraum der Schwerelosigkeit.

Jeder von uns braucht von Zeit zu Zeit Musiker wie Gordi im Leben. Wenn Gitarren zu wild und Bässe zu stampfend sind, ist verträumter Pop gefragt, der beruhigt. Mit Synthesizern, der Konzentration auf die eigene Stimme als Instrument und vielen Tonspuren erschafft Gordi Musik, die entdeckt und aufgesogen werden möchte. Wenn „All The Light We Cannot See“ im Mittelteil Gordis säuselnde Stimme mit immer mehr Elementen vereint, ist das gekonnt und auf den Punkt genau. Allein ist Gordi mit solcher Musik nicht. Die Landsfrau Sia. in ihren früheren Jahren ist ein guter Querverweis, wobei Gordi mehr Pop-Potenzial offenbart. Die meditative Wirkung der sanften Klänge auf „Reservoir“ verbindet sich durchgehend mit Melodien, die ins Blut übergehen und für beschwingtes Mitschwingen sorgen. Wenn „On My Side“ oder „Heaven I Know“ als Hintergrundmusik für Werbespots großer Firmen enden, ist keiner überrascht.

Gordis Fähigkeit ihren eigenständigen Pop-Ansatz massenkompatibel zu gestalten, ist die große Stärke des Albums. „Reservoir“ erlaubt sich ruhige Zwischentöne wie „Bitter End“, die sich Pop-Stars nicht mehr leisten. Gleichzeitig bietet Gordis Musik genug zugängliche Momente und Hooklines, um Spontanhörer zu begeistern. Manchmal übertreibt sie den Soft-Pop-Ansatz wie in „I’m Done“, aber meistens ist Gordi auf der Suche nach Klangsphären, die zwischen geerdeter Natürlichkeit und elektronischer Verzerrung wandeln. „Aeon“ ist ein gelungenes Beispiel, dass sich von einem Akkordeon hin zu einer vollen Electro-Hymne wandeln, die sich von Streichern und einem Glockenspiel umgarnen lässt. Bei diesen Stücken kommen die Tagträume wie von allein und verschaffen Hörern die wohlverdiente Ruhe. Gordi findet fast immer den Weg, um druckvollen Pop und verträumte Klangsphären zu kombinieren.

Die Mischung aus Ruhe und Unterhaltung trägt das Album mühelos über knapp 50 Minuten. Die Phrase „zum Träumen schön“ passt perfekt zu Gordi. Zu Liedern wie „Something Like This“ schließen Hörer die Augen und singen die Worte berührt mit. Hoffnungsvoll und doch entspannt, melancholisch, aber nie melodramatisch überlässt die Künstlerin den Hörern die Erkundung ihrer Traumsphären und sichert damit, dass wir bei jedem Hördurchgang neue Details und andere Perspektiven kennenlernen.

Anspieltipps:

  • On My Side
  • Aeon
  • Heaven I Know

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