Romano - Copyshop - Cover
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Romano Copyshop


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Romano liefert. Viele Worte und wenig überflüssige Töne ergeben ein gefälliges Bild, das sich geschickt cleverer gibt, als es tatsächlich ist.

„Wer ist der Dieb, wer ist das Genie?“, singt Romano und kurz denken wir, „Wow, tiefsinnig!“ Dabei schreibt Romano auf „Copyshop“ keinen Roman, sondern intelligente Sprüche für Glückskekse und Motivationsbücher. Was nach einem halbgaren Diss klingt, ist beim zweiten Zuhören aber viel mehr als Lob zu verstehen. Romano hebt nicht ab und klingt trotzdem clever. Wenn er in „König Der Hunde“ von Überflüss und Ost-West-Erfahrungen singt, dann ist das ein interessanter, wenn auch seichter Einblick, der die musikalische Einstiegsdroge in neue Thematiken darstellt. Gemischt mit persönlichen Kleinoden wie „Mutti“ und „Ufo Joe“ weist Romano auf „Copyshop“ zärtlich und freundlich auf den alltäglichen Schwachsinn hin und vergisst dabei nie, dass seine Hörer etwas Spaß gebrauchen können.

Minimalistisch und stilsicher stampft das Album eine gute halbe Stunde aus den Röhren der Wahl. Romano hat den Dreh raus, um unterhaltsam zu klingen. Statt den herausstechenden Party-Track „Klaps Auf Den Po“ zu kopieren, setzt er auf „Copyshop“ auf das Gesamtbild, das verdammt stimmig wirkt. Die Frage ist natürlich, welche Lieder gut genug sind, um eine ordentliche Halbwertzeit zu erreichen. Und an diesem Punkt kommt Romano die leichte Zugänglichkeit entgegen. Während „Copyshop“ inhaltlich niemandem die Augen öffnet, walzt und kneten diese drei Minuten so angenehm die Ohren, dass das Dauerbrennen vorprogrammiert ist. Dazu gesellt sich Deichkind-Konkurrenz in Form von „Anwalt“ und „Tourizocke“. Romano lässt auf „Copyshop“ keinen Knaller explodieren, sondern setzt Akupunktur-Stiche ins Hirn, die Langzeitwirkung versprechen.

Nach 37 Minuten steht keine Revolution, sondern ein schönes Stück Arbeit, das kräftig produziert bei regelmäßigen Hördurchläufen die Boxen erfolgreich entstaubt. Die große Hürde für Romano sind die ernsten Zwischentöne. Damit ist er bekannterweise nicht allein und nach „Klaps Auf Den Po“ waren tiefe Einblicke in die menschliche Psyche auch nicht Teil der Erwartungshaltung. „Nur In Meinem Kopf“ wirkt daher etwas verloren und sitzt schmollend in der Ecke und meckert wahrscheinlich über den nicht immer zündenden Witz in „Mutti“ und den Füller „Ufo Joe“. Diese wenigen Mittelmaßschwächen ziehen ein gutes Album allerdings nicht merklich herunter und machen Lust auf mehr Zeit mit Romano. Und wem dieses Fazit nicht schmeckt, der kann ja versuchen einen Anwalt einzuschalten.

Anspieltipps:

  • Anwalt
  • König Der Hunde
  • Champagner Bar

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