H.e.a.t - Into The Great Unknown - Cover
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H.e.a.t Into The Great Unknown


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
8.1/10 Leserwertung Stimme ab!

H.e.a.t verspekulieren sich mit zu viel Pop-Elementen.

Ganze drei Jahre haben sich H.e.a.t seit ihrem letzten Album „Tearing Down The Walls“ Zeit gelassen, was unter anderem mit der Rückkehr des früheren Gitarristen Dave Dalone zusammenhängt, der Eric Rivers ersetzt. Produziert von Grammy-Gewinner Tobias Lindell (u.a. Europe) wurde „Into The Great Unknown“ in Thailand aufgenommen und spaltete nach Veröffentlichung der Vorabsingles die Fangemeinde.

Der Opener „Bastard Of Society“ liefert noch standesgemäß. Erik Grönwalls Stimme zwischen Steve Lee, Bob Catley und einem jungen Tobias Sammet, wenn auch ohne deren Ausdrucksstärke zu erreichen, thront über sleazigen Riffs und klassischer Hair-Metal-Kost der 80er, Gang-Vocals und eingängiger Refrain inklusive. Das folgende „Redefined“ steht dann stellvertretend für die andere Seite des Albums. Eine poppige Nummer, die eher an eine Mischung aus U2 und Billy Idol, denn an Skid Row erinnert, dafür aber zu austauschbar klingt. Hier schielt die Band zu eindeutig auf Radioeinsätze, die wahrscheinlich eh nicht zu erwarten sind.

Der Rest des Albums teilt sich dann weiter in zwei bis drei Lager auf. Zum einen gibt es die rockigen Songs, die deutlich den Spirit ihrer früheren Alben versprühen. „Shit City“ erinnert an die eingängigeren Momente von Gotthard, zieht sich aber trotz nicht mal vier Minuten in die Länge. „Best Of The Broken“ wartet dagegen mit einem lässigen Riff auf, das beinahe durch die nervigen E-Drum-Clap-Sounds zunichtegemacht wird. Wenn der Song allerdings im Refrain kulminiert, bekommt man stadiontauglichen Hardrock, der nicht nur auf Grund der Talkbox an Bon Jovi erinnert. Ein Ohrwurm ist eindeutig „Do You Want It?“, das Elemente der vorigen Songs bestens vermischt und gut auf den Punkt bringt.

Zum anderen gibt es aber auch gesichtslosen US-Mainstreamrock, der problemlos im Radio laufen könnte und mit der Zeit immer nerviger wird („Time On Our Side“). Darüber hinaus liefern die Schweden pathetische Balladen, die an Avantasia erinnern („Eye Of The Storm“, „We Rule“). Im abschließenden Titelsong stehen die Schweden trotz hoher Riffdichte an der Schwelle zum Kitsch. Trotzdem, oder gerade deshalb kann die Band hier überzeugen, da sie auf diesem schmalen Grat bestens balanciert.

Insgesamt ist auf „Into the Great Unknown“ zu viel Füllmaterial auszumachen. Die Balladen klingen saft- und kraftlos und der Versuch mit deutlicher Pop-Schlagseite aufs Radio zu schielen geht auch eher nach hinten los. Dazu sind die Hardrock-Nummern auch nicht wirklich zwingend, sondern oft durchschnittlich bis solide. Fans der früheren Alben sollten vorher mal probehören.

Anspieltipps:

  • Best Of The Broken
  • Do You Want It?
  • Into The Great Unknown

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