Lukas Nelson & Promise Of The Real - Lukas Nelson & Promise Of The Real - Cover
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Lukas Nelson & Promise Of The Real Lukas Nelson & Promise Of The Real


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die aktuelle Backing Band von Neil Young stellt ihr Majordebüt vor.

Er hatte eine behütete Kindheit, ein cooles Elternhaus und alle Möglichkeiten der Welt, etwas Vernünftiges aus seinem Leben zu machen. Doch Lukas Nelson entschied sich dafür, beruflich seiner großen Leidenschaft nachzugehen: Dem Musikmachen. Zugegeben, wirklich sensationell war diese Entscheidung nicht. Denn Lukas Nelson (28) ist der Sohn von Country-Legende Willie Nelson (84) und hat das Musikerleben demnach in seiner DNA. Es hat allerdings eine Zeit gebraucht, bis sich der in Austin, Texas, geborene und auf Maui, Hawaii, aufgewachsene Hüne endgültig für die professionelle Musik entschieden hatte.

Im Jahr 2008 rief er die Band Promise Of The Real zusammen mit Corey McCormick (Bass), Tato Melgar (Percussion), Jesse Siebenberg (Gitarre, Orgel), Alberto Bof (Piano) und Anthony LoGerfo (Drums) ins Leben, die sich nach dem 1973er Song „Walk on“ von Neil Young benannt hat. In dem Song kommt die Zeile Promise Of The Real vor. Da Nelson und seine Bandmitglieder große Neil-Young-Fans sind, war die Namensgebung nur logisch. Überhaupt ist die Beziehung zu dem kanadischen Folk-Rock-Veteranen eine ganz besondere.

Nicht nur, dass Neil Young zu den besten Kumpels von Willie Nelson gehört, er holte Promise Of The Real auch als Backing Band zu sich und spielte mit ihnen das Album „The Monsanto Years“ (06/2015) ein. Auch auf dem leicht spinnerten Live-Experiment „Earth“ (06/2016) sind Promise Of The Real zu hören, kämpften dabei aber gegen die Tierlaute von Enten, Gänsen, Hunden, Pferden, Fröschen, Raben, Bienen und Grillen an. Mit solchen Verrücktheiten müssen sich Lukas Nelson & Promise Of The Real auf ihrem Majordebüt nicht herumschlagen.

Nach drei Independent-Longplayern hat das Sextett aus Los Angeles den Sprung zur Großindustrie geschafft und lässt mal eben Popstar Lady Gaga für sich singen, die zu den Songs „Carolina“ und „Find yourself“ Background Vocals beisteuerte. Dabei hat das von John Alagia (u.a. John Mayer, Dave Matthews Band, Jason Mraz, Ben Folds, Rachael Yamagata) produzierte Werk solch medienwirksame Beteiligungen gar nicht nötig. Der vorliegende Longplayer ist ein durch und durch authentisches Country-Album, das den Geist der großen Genre-Ikonen wie Glen Campbell, Waylon Jennings und natürlich Papa Willie atmet und dennoch seinen eigenen Stil besitzt.

Dabei versucht die Band gar nicht erst, sich einen modernen bzw. poppigen Anstrich zu geben. Promise Of The Real leben die Romantik der Country-Musik und des Tourens. So glaubt man dem Sextett auf Anhieb, dass es in einem riesigen 70er-Jahre-Wohnmobil durch die USA reist, den Staub der Interstate Highways frisst und sich auf den nächsten Auftritt in einem Club in irgendeinem Wüstenkaff freut, wo es ihre frischgebackenen Songs vorstellt. Apropos neue Songs: Das nächste, noch namen- und terminlose Studioalbum von Neil Young ist bereits fertiggestellt. Als Band begleiteten ihn wieder Lukas Nelson & Promise Of The Real. Läuft doch!

Anspieltipps:

  • Carolina
  • High times
  • Find yourself
  • Forget about Georgia
  • Just outside of Austin
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