Black Country Communion - BCCIV - Cover
Große Ansicht

Black Country Communion BCCIV


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 60 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Glenn und Joe sind wieder Freunde, bzw. waren es immer. Das hört man auch ihrer Musik an.

Nach einem in Fachzeitschriften ausgebreiteten Streit zwischen Glenn Hughes und Joe Bonamassa waren Black Country Communion nach drei Alben in drei Jahren vorläufig Geschichte. Ersterer hielt sich für einen der größten lebenden Rockstars, letzterer verkauft Solo mehr Scheiben und füllt größere Hallen, weshalb er nicht mit der Band touren wollte. Trotzdem beteuern sie heute, dass sie immer Freunde geblieben wären und nun folgt mit „BCCIV“ ein neues Album der Supergroup.

Eröffnet wird die Scheibe vom vorab ausgekoppelten Track „Collide“, der als lahmer Led Zeppelin-Ripoff nicht wirklich überzeugen konnte. In den 80er Jahren beklagte man die sogenannten „Led Clones“ wie Kingdom Come, das hier ist nicht wirklich was anderes und ob sich Jason Bonham in der Rolle des Erbverwalters seines Vaters, ohne allzu viel Eigenständigkeit, wirklich wohlfühlt sei dahingestellt. Weiter geht es mit „Over My Head“, welches ebenfalls das bleierne Luftschiff zitiert, wenn auch hier eher die obskureren Werke, und sie mit den Rezepten der ersten drei Alben von Black Country Communion kreuzt. Ideenlosigkeit oder Fortführung eines eigenen Stils? Die Songs sind zwar mitnichten schlecht, wirkliche Begeisterungsstürme lösen sie allerdings auch nicht aus.

Diese sind erst im Anschluss auszumachen. Die fast achtminütige epische Ballade „The Last Song For My Resting Peace“ sorgt für das erste von nun vielen Highlights. Mit Mandoline und Violine folkig angehaucht, aber zu keiner Zeit schmalzig, eher mystisch wirkend. Dazu gesellen sich harte Riffs und ein Solo bei dem Bonamassa, der hier auch den Lead-Gesang übernimmt, zunächst unspektakulär, aber präzise beginnt, um später ein wahres Lick-Feuerwerk zu zünden. „Sway“ beginnt fast grungig, wird dann aber mit einer orientalischen Melodie des Keyboards im Zeppelin-Stil konterkariert. Allerdings macht es die Band hier goldrichtig, indem sie versucht Neues mit Altem zu verbinden und so bloßem Epigonentum zu entgehen.

Der schleppend-düstere Heavy-Blues „The Cove“ lässt dann endlich mal Deep Purple durchscheinen und insgeheim hofft man, dass Hughes ehemaliger Kollege Coverdale mal eine solche Nummer rausbringen würde, „The Crow“ tritt mal aufs Gaspedal und wartet mit groovigem Drive, einem unsteten und ungewöhnlichen Riff und einem erneut furiosen Solo auf. Mit spärlichem, aber prominenten in den Vordergrund gemischten Klavier beginnt „Wanderlust“, das in seiner Dringlichkeit und Eingängigkeit an Foreigner erinnert, bevor es in einem Refrain und Instrumentalparts a la Rainbow mündet. Bonham zeigt hier, dass er auch anders kann.

Gut auch die Produktion von Kevin Shirley, der jedem Instrument Raum lässt sich zu entfalten. Ebenso greifen die Instrumente gut ineinander über, wenn auch Joe Bonamassa naturgemäß der größte Platz eingeräumt wird. Nach einem eher bescheidenen Start legt sich die Black Country Communion für den Rest des Albums nochmal richtig ins Zeug und schaffen es an ihre ersten beiden Alben anzuknüpfen.

Anspieltipps:

  • The Last Song For My Resting Place
  • Sway
  • The Cove
  • The Crow
  • Wanderlust

Neue Kritiken im Genre „Rock“
4.5/10

Na Gut Dann Nicht
  • 2020    
Diskutiere über „Black Country Communion“
comments powered by Disqus