The Darkness - Pinewood Smile - Cover
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The Darkness Pinewood Smile


  • Label: Cooking Vinyl/Sony Music
  • Laufzeit: 36 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn eine Band die Rockmusik retten kann, sind es The Darkness.

Seit ihrer Wiedervereinigung vor sechs Jahren sind The Darkness umtriebiger und kreativer als je zuvor. Das Reunion-Album „Hot Cakes“ konnte nahtlos an frühere Großtaten anknüpfen und auch das unterschätzte „Last Of Our Kind“ hielt was die Band versprach. Zwei Jahre später folgt nun mit „Pinewood Smile“ das mittlerweile fünfte Album der britischen Hardrocker und wie immer sind The Darkness gekommen, um die Welt des Rock zu retten, zumindest laut Eigenaussage.

Über einem standesgemäßen Hardrocker, philosophiert Justin Hawkins im Opener „All The Pretty Girls“ über die Begleiterscheinungen des Rockstar-Daseins. Mit Erfolg, ausverkauften Stadien und Platin-Alben erscheinen selbst unscheinbare Rockbands auf einmal als attraktive Gentlemen. „Solid Gold“ ist dann ein Stück, das quasi eine Blaupause für die Band ist. Mit einem AC/DC-Riff, kleineren Kiss-Einsprengseln, fetten Queen-Chören und Hooklines und die Exaltiertheit eines Prince, setzt sich der Rocker im Gehörgang fest.

„Southern Trains“ gibt eine härtere Gangart vor. Riffs und Chorus strotzen vor Heavy-Rock und -Metal-Anleihen. Auch „Japanese Prisoner Of Love“ enthält solche harten Riffgewitter, vermischt sie allerdings gekonnt mit College-Rock-Parts und eingängigen Momenten. Eine weitere große Inspiration der Band ist sicherlich Thin Lizzy. Diese scheinen unter anderem in „Lay Down With Me, Barbara“ und „Why Don’t The Beautiful Cry?“ durch, wobei letzteres mit seiner souligen Strophe eine richtige Überraschung enthält.

Die dringliche Semiballade „I Wish I Was In Heaven“ vereint einmal mehr Justin Hawkins kreischende Vocals mit dem Gespür der Hawkins-Brüder für ohrenschmeichlerische und eingängige Melodien. Den Abschluss des Albums bildet die Akustikballade „Stampede Of Love“, bei dem sich die Brüder vielleicht etwas allzu deutlich bei „Blackbird“ von den Beatles bedient haben. Der Ausbruch im letzten Drittel samt tollem Gitarrensolo lässt darüber allerdings hinwegsehen. Diesen Song unbedingt bis zum Ende hören.

Wer noch nie etwas mit The Darkness anfangen konnte, wird auch mit diesem Album kein Fan. Klar, für manchen wirken Gesang, Texte und Musik etwas „Over-The-Top“, ein Augenzwinkern ist bei der Band vorhanden und sollte es auch beim Hörer sein. Das ändert aber nichts daran, dass auf „Pinewood Smile“ zehn gute Songs, ohne Ausfälle zu finden sind. Ein Überhit wie „Open Fire“ vom letzten Album „117802,Last Of A Kind fehlt vielleicht, trotzdem wird deutlich: wenn eine Band den Rock retten kann, sind es The Darkness.

Anspieltipps:

  • Buccaneers Of Hisponaiola
  • Solid Gold
  • Why Don’t The Beautiful Cry?
  • Japanese Prisoner Of Love
  • I Wish I Was In Heaven

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