Tori Amos - Native Invader - Cover
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Tori Amos Native Invader


  • Label: Decca/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 62 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
8.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein vertonter Herbstanfang, der in schillernden Farben in Form einiger der schönsten Melodien aus dem Hause Amos im Laufe der letzten Jahre erstrahlt.

Knapp drei Jahre nach ihrem letzten regulären Studiowerk „Unrepentant Geraldines“ (05/2014), präsentiert Tori Amos (54) mit „Native Invader“ ihr inzwischen 15. Studioalbum über ihren neuen Label-Partner Decca Records. Damit steuert die Amerikanerin munter auf ihr 30-jähriges Jubiläum zu. Denn ihr Debütwerk, „Y Kant Tori Read“ (06/1988), das mit dem Verweis auf den Durchbruchs-Longplayer „Little Earthquakes“ (01/1992) gerne verschwiegen wird, flog damals so weit unter dem späteren künstlerischen Radar der Pfarrerstochter, dass diese Entscheidung aus heutiger Sicht vermutlich richtig war, aber nichts daran ändert, dass Tori Amos sich im Verlauf ihrer Karriere zu einer Institution der progressiven Popmusik entwickelt hat.

Zu ihrem neuen Album sagt die 54-Jährige: „Die Musen sind die treibende Kraft, die unterschiedliche Wege erkunden, um unvorhergesehenen Herausforderungen und in einigen Fällen auch gefährlichen Konflikten zu begegnen. Die Aufnahme wendet sich der Natur zu und ergründet, wie diese sich durch Widerstandsfähigkeit selbst heilen kann. Die Songs ringen auch mit der Frage: Welche Rolle spielen wir selbst bei der Zerstörung unseres Landes wie auch unserer selbst und in unseren Beziehungen zu anderen? Im Leben können wir dem Schock unerwarteter Katastrophen wie Bränden, Überschwemmungen, Erdbeben oder anderen unheilvollen Verwüstungen ausgesetzt sein – sowohl geistig als auch äußerlich. Klanglich und bildlich wollte ich erkunden, wie die Natur mit ihren entgegengesetzten Kräften neues Leben erschafft und durch die Zyklen von Tod und Neugeburt vollständige Erholung herbeiführt. Sie kann sich immer wieder erneuern – steckt diese Fähigkeit auch in uns?“.

Inhaltlich verarbeitet Tori Amos also wie fast immer schwer intellektuelle Kost, die sie mit ihren unverwechselbaren Markenzeichen aus gehaucht-sphärischen Gesangslinien und einem heuer sehr getragenen Pianospiel verbindet. Dazu gesellen sich lediglich recht dezente Synthesizer-, Streicher-, Akustikgitarren- und Keyboardklänge – und fertig ist ein vertonter Herbstanfang, der in schillernden Farben in Form einiger der schönsten Melodien aus dem Hause Amos im Laufe der letzten Jahre erstrahlt. Denn sind wir mal ehrlich: Die ganz großen Song-Knaller konnte Tori Amos schon länger nicht verbuchen.

Damit vollzieht Tori Amos zwar keinen Quantensprung, doch in Stücken wie „Broken arrow“, „Climb“, „Breakaway“, „Reindeer king“ oder auch „Wildwood“ dringt sie mit ihrer Musik tief in die Herzen der Hörer ein – vorausgesetzt, diese haben ein Faible für herbstliche, mitunter etwas schwermütige Klänge.

Anspieltipps:

  • Climb
  • Wings
  • Breakaway
  • Mary’s eyes
  • Broken arrow
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