Peter Maffay - MTV Unplugged - Cover
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Peter Maffay MTV Unplugged


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 122 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Trotz des großen Star-Aufgebots und der umfangreichen Produktion, trifft Peter Maffay genau den Kern der Unplugged-Idee.

Obwohl die jährlichen Veröffentlichungen von „MTV Unplugged“-Alben inzwischen längst inflationäre Ausmaße angenommen haben und man das Gefühl bekommen muss, dass sich die großen Plattenfirmen die Slots für ihre Acts beim Viacom Konzern erkaufen, liefert die vermeintlich stromlose Konzertreihe trotzdem noch regelmäßig Highlights ab, die belegen, dass ein Unplugged-Auftritt einen Ritterschlag für verdiente und etablierte Künstler darstellt. Ausnahmen bestätigen freilich die Regel. Doch als angekündigt wurde, dass Peter Maffay sich in diesem Jahr die Ehre eines Unplugged-Gigs geben würde, war die Vorfreude groß.

Peter Maffay zählt trotz seiner ganz frühen Schlagervergangenheit, für die er reichlich auf die Fresse bekommen hat, zu den wenigen gestandenen Deutsch-Rockern, die sich Respekt verdient, einen Kultstatus erarbeitet haben und auf der Bühne hart arbeiten. Mit 68 Jahren durfte Peter Maffay nun also auch endlich die Unplugged-Bühne entern und steht damit in einer Reihe mit deutschen Musikerkollegen wie Marius Müller-Westernhagen (2016), Revolverheld (2015), Scorpions (2013), Udo Lindenberg (2011), Sido (2010), Die Toten Hosen (2005), Die Ärzte (2002), Die Fantastischen Vier (2000 und 2012) sowie Herbert Grönemeyer (1995), der als erster nicht-englischsprachiger Act von MTV eingeladen wurde.

Unplugged-Auftritte waren ursprünglich intime Konzerte vor kleinem Publikum, die sich ihren Charme u.a. durch neue, sparsam arrangierte Akustikversionen verdienten. Diesen Kinderschuhen ist MTV Unplugged längst entwachsen. Heute sind die Auftritte im Rahmen des MTV-Siegels aufgeblasene Produktionen, die aus dem Vollen schöpfen. Peter Maffay steht dem in nichts nach. Er fährt in zwei Stunden ein Dutzend Songs auf, die am 8. und 9. August 2017 im Steintor Varieté in Halle an der Saale aufgezeichnet wurden. Dabei verließ sich Peter Maffay nicht nur auf seine angestammte Band um Pascal Kravetz, Carl Carlton und Bertram Engel, sondern baute auch Streicher und Bläser mit ein.

Dazu kommt eine heute ebenfalls übliche Gästeschar, die sich in mehr als der Hälfte der vertretenen Songs austobt und aus illustren Namen wie Tony Carey, Jennifer Weist (Jennifer Rostock), Ilse DeLange, Johannes Oerding, Katie Melua, und Philipp Poisel besteht. Gemeinsam feuern Maffay und Co. ein Hit-Feuerwerk ab, bei dem aber auch wirklich nichts ausgelassen wird. Alte Schmachtfetzten wie „Du“, „Weil es dich gibt“ und „Über sieben Brücken musst du gehen“, Evergreens wie „Und es war Sommer“, „Eiszeit“ und „Sonne in der Nacht“ sowie Klassiker wie „Tiefer“, „Ich wollte nie erwachsen sein“ und „Schatten in die Haut tätowiert“ – „MTV Unplugged“ ist ein Rundumglücklichmacher für alle Fans.

Fazit: Trotz des großen Star-Aufgebots und der umfangreichen Produktion, trifft Peter Maffay den Kern der Unplugged-Idee und legt einen wohl-warm und atmosphärisch klingenden Konzertmitschnitt vor, an dem sich die heuer bereits erschienenen und in diesem Jahr noch kommenden „MTV Unplugged“-Alben messen lassen müssen.

Anspieltipps:

  • Tiefer
  • Eiszeit
  • So bist du
  • Gelobtes Land
  • Room with a view
  • Sonne in der Nacht
  • Und es war Sommer
  • Ich wollte nie erwachsen sein
  • Über sieben Brücken musst du gehen
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