Kadavar - Rough Times - Cover
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Kadavar Rough Times


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Fuzzige Riffs, Nebelschwaden und verstaubter Allgemeinsound. Nicht immer klingen Kadavar so.

Mit ihrem Gebräu aus Stoner-, Psychedelic- und Heavy-Rock haben sich Kadavar mit Sitz in Berlin über die letzten Jahre eine sich stetig vergrößernde Fangemeinde erspielt. Außer der Musik spielt hier aber auch ihr Auftreten eine bedeutende Rolle. Die Pseudonyme der Bandmitglieder, ihr Auftragen von Bärten, von denen die Hipster Berlins nur träumen können, und auch das Bühnenverhalten mit einer Aura, die nur so vor Räucherstäbchen, Psychedelica oder Nostalgie strotzt, tragen dazu bei, dass Jung und Alt sich angesprochen fühlen von einer Musik, die es eigentlich schon zur Genüge gibt.

Zwei Jahre nach dem erfolgreichen, aber auch nicht unumstrittenen Album „Berlin“ folgt nun das schon vierte Album „Rough Times“. Las man im Vorfeld der letzten Platte noch, dass die Band gelangweilt von den ständigen Vergleichen mit Black Sabbath sei, kommt man hier nun wieder nicht drum herum, sich auf diese Band zu stützen. Der Titelsong eröffnet das Album zwar mit fuzzigem Sound, allerdings tönen die Riffs in typischer Sabbath-Manier, wobei deutlich wird, dass Schlagzeuger Christoph Bartelt im Gegensatz zu Bill Ward eher eindimensional die Felle bearbeitet. „Into The Wormhole“ schlägt in dieselbe Kerbe. Der Gesang versteckt sich hinter viel Hall und ist auch nicht allzu sehr in den Vordergrund gemischt, was wahrscheinlich seinen Grund hat. Leider wirken hier auch die Riffs etwas einfallslos. Das psychedelische und vernebelte „The Lost Child“ klingt wie ein Pink Floyd-Abklatsch und man ist eher froh, wenn es vorbei ist.

Viel besser macht es die Band in „Skeleton Blues“ und kann endlich überzeugen. Auch hier sind zwar noch die Sabbath-Riffs vorhanden, jedoch hat es die Band hier verstanden, noch andere Einflüsse wie einen sphärischen Refrain und Space-Rock-Anleihen miteinzubeziehen und vor allem in Einklang zu bringen. Auch „Vampires“ kann überzeugen. Die ruhigeren Momente, die mit harten schnellen Parts konkurrieren, lassen einen tollen Kontrast und viel Abwechslung entstehen. Insgesamt hört man hier die Band in einem tollen Zusammenspiel und es fügt sich zusammen, was zusammengehört. Das deutlich entschlackte „Words Of Evil“ wartet mit prägnant-knackigem Riff auf. Nicht ultrainnovativ, aber sehr effektiv. Und auch das fröhliche klingende „You Found The Best In Me“ überrascht. Beatles-Harmonien und balladeske Anklänge könnten Fans der ersten Stunde zuerst erschrecken, sie sollten trotzdem ein Ohr riskieren.

Es bleibt ein zwiespältiges Gefühl. Einerseits öffnen sich Kadavar einigen neuen Einflüssen und wissen durchaus zu überzeugen. Auf der anderen Seite stehen Songs, die langatmig wirken oder mit Riffs aufwarten, die man schon viel zu oft gehört hat. Schlecht ist das alles nicht, aber so innovativ oder wirklich toll auch nicht. Solide eben.

Anspieltipps:

  • Skeleton Blues
  • Vampires
  • Words Of Evil
  • You Found The Best In Me

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