Madonna - Rebel Heart Tour - Cover
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Madonna Rebel Heart Tour


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 99 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das „Rebel Heart“-Album war Schrott. Mit der „Rebel Heart Tour“ hat Madonna dennoch Kasse gemacht, als gäbe es kein Morgen.

Nicht wenigen Superstars der vergangenen drei Dekaden, egal welchem musikalischen Genre sie zugehören, geht es so inzwischen so, dass die Fans nicht wirklich heiß auf neue Alben und Songs von ihnen sind, da sie in den meisten Fällen eh nicht an die Qualität der alten Werke heranreichen. Dem Publikum reicht es total, wenn ihre Helden alle paar Jahre auf Tournee gehen und in zwei Stunden ihre großen Hits zum Besten geben. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Denn die Erlöse aus Plattenverkäufen werden immer geringer, während Tourneen von Acts wie U2, Depeche Mode, The Rolling Stones, The Police, AC/DC, Metallica, Iron Maiden, Die Toten Hosen oder auch Madonna Umsätze in gigantischen Dimensionen einfahren.

Am Beispiel Madonna lässt sich dieses Phänomen sehr gut ablesen. Die letzten drei Studioalben „Rebel Heart“ (03/2015), „MDNA“ (03/2012) und „Hard Candy“ (04/2008) waren allesamt Grütze, die niemand wirklich braucht. Die dazugehörigen Welttourneen sprengten dagegen regelmäßig neue Rekorde. So auch die im September 2015 gestartete „Rebel Heart Tour“, die Madonna sieben Monate lang durch die größten Arenen in 55 Städten auf vier Kontinenten führte. Insgesamt umfasste die Tour 82 Auftritte, mit mehr als einer Million Besuchern. Am Ende spülte die „Rebel Heart Tour“ knapp 170 Millionen Dollar in die Kasse. Und mit der jetzt folgenden Auswertung auf CD, DVD und Blu-ray ganz bestimmt noch den einen oder anderen Dollar mehr.

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Wenn Musikstars erst einmal ein gewisses Alter erreicht haben, ist es immer auch eine Frage, wie würdevoll sie mit ihrem eigenen Erbe umgehen. Die Rolling Stones werden vermutlich noch mit 80 Jahren auf der Bühne stehen und dabei eine gute Figur machen. Andere Acts lösen bereits heute Fremdscham aus, wenn sie so tun, als wären sie noch immer 25 und voll im Saft, obwohl man ihnen am liebsten einen Rollator reichen würde. Auch bei Madonna bröckelte der Putz auf der „Rebel Heart Tour“ erstmals. Mitten in die Tour platze der Sorgerechtsstreit mit Ex-Mann Guy Ritchie um ihrem gemeinsamen Sohn Rocco (15). Dieser Zoff machte ihr offenbar schwer zu schaffen.

Madonna ließ das Publikum mehrfach lange warten, wirkte auf der Bühne angetrunken und begrapschte eine weibliche Konzertbesucherin. Trotzdem war das Live-Spektakel regelmäßig ein rauschendes Fest und Gigantismus galore. Doch wenn sich der Hörer das nun vorliegende Doppelalbum zur „Rebel Heart Tour“ vornimmt, gibt es anstelle der großen Klassiker, die neue Live-Arrangements erhalten haben, leider viel Leerlauf auf die Ohren. Denn Madonna rattert mit „Iconic“, „Bitch I’m Madonna“, „Holy water“, „Devil pray“, Body shop“, „Heartbreakcity“, „Living for love“, „Unapologetic bitch“ und „Rebel heart“ gleich durch neun Tracks des schwachen „Rebel Heart“-Albums.

Das entspricht 40% der dargebotenen Songs und verdirbt nachhaltig die Laune. Aber auch die neuen Arrangements von Hits wie „Like a virgin“, „Material girl“, „True blue“, „Holiday“ oder auch „La isla bonita“ sind eher gewöhnungsbedürft, als dass das Stimmungsbarometer durch die Decke gehen würde, sodass dieses Live-Dokument nicht über eine lediglich durchschnittliche Wertung hinwegkommt.

Anspieltipps:

  • Music
  • Holiday
  • True blue
  • Material girl
  • Like a virgin
  • La isla bonita
  • La vie en rose
  • Like a prayer
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