Robert Plant - Carry Fire - Cover
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Robert Plant Carry Fire


  • Label: Nonesuch/WEA
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Robert Plant und die Sensational Space Shifters zelebrieren atmosphärische Folk- und Blues-Weisen, die klarmachen, dass wir keine Led-Zeppelin-Reunion benötigen.

Das Kapitel Led Zeppelin hat Robert Plant (69) schon seit längerer Zeit abgeschlossen, auch wenn es immer wieder verlockende Angebote gibt, das Rock’n’Roll-Mutterschiff auf Kaperfahrt in die Portemonnaies der noch immer zahlreichen Fans zu schicken, die zum Beispiel für Konzerttickets einer Abschiedstournee sicher bereit wären, ganz tief in die Taschen zu greifen. Stattdessen macht der Led-Zeppelin-Sänger lieber sein eigenes Ding und veröffentlicht alle paar Jahre neue Soloalben, mit denen Robert Plant scheinbar keine kommerziellen Ambitionen hegt. Erfolgreich sind die Werke dennoch, auch wenn ihre Klänge nichts mit denen von Led Zeppelin zu tun haben.

Diesen Weg verfolgt auch das elfte Soloalbum „Carry Fire“, das Robert Plant wie schon den Vorgänger „Lullaby And... The Ceaseless Roar“ (09/2014) wiederum mit seiner neuen Band The Sensational Space Shifters eingespielt hat, die den Songs einen rauen Unplugged-Charme verleiht. Dabei greifen die fünf Musiker neben der klassischen Rock’n’Roll-Ausstattung zum Teil auf exotische Instrumente wie Bendir, Oud, T‘bal oder auch Djembe zurück, die sich perfekt mit der flehenden Stimme Plants vereinen.

Die so dargebotenen Folk- und Blues-Weisen, die bis auf den Track „Bluebirds over the mountain“ alle aus eigener Feder stammen, ergeben einen gut abgehangenen und fast schon zeitlos klingenden Songreigen, der mit seinen bereits aus Led-Zeppelin-Zeiten bekannten esoterischen und ethnologischen Anleihen abseits ausgetrampelter Genre-Pfade operiert und dadurch während der gesamten Spielzeit spannend bleibt. Dass es Plant und Co. zudem gelingt, die exotischen Grundtöne mit eingängigen Melodien zu verbinden, ist ein weiterer Pluspunkt des Albums.

Fazit: Mit „Carry Fire“ ist Robert Plant ein weiterer hochatmosphärischer Longplayer gelungen, der sich im starken Solo-Schaffen des Engländers im oberen Drittel einreiht und ein weiteres Mal klarmacht, dass wir keine Reunion von Led Zeppelin benötigen. Doch warten wir ab! Im nächsten Jahr feiern Led Zeppelin ihren 50. Geburtstag. Mal sehen, ob Robert Plant auch dann standhaft bleibt und sich dem schnöden Mammon verweigert.

Anspieltipps:

  • Carry fire
  • Keep it hid
  • New world…
  • A way with words
  • Dance with you tonight
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