David Crosby - Sky Trails - Cover
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David Crosby Sky Trails


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

David Crosby spielt routiniert in der Oberklasse und zaubert immer noch ein, zwei Perlen, die sein Ausnahmetalent zur Schau stellen.

Können wir nicht jedem Musiker in der Rock & Roll Hall Of Fame einen Freibrief geben? David Crosby hat als Mitbegründer von The Byrds längst seinen Pflichtteil als großer Musiker erfüllt. Dass er auch alleine ordentliche Musik macht, beweist er seit Jahrzehnten und seine Würdigung war eine Frage von „wann“ und nicht „ob“. Auf „Sky Trails“ untermauert er sein Talent mit einer Leichtigkeit, die anderen Musikern vor Neid erblassen lässt. Das Ergebnis ist ein routiniert ruhiges Album ohne Überraschungen und mit einer fetten Classic-Rock-Plakette, die trotzdem ein, zwei Überraschungen bereithält.

Ach ja, Herr Crosby, das ist ihre Musik. Wenn „She’s Got To Be Somewhere“ mit Bläsern und Midtempo funky durchs Zimmer rockt, zeigt David Crosby, wie Songs auf den Punkt geschrieben werden. Ohne Überraschungen, aber perfekt arrangiert ist der Opener ein Vorzeigeprodukt für Rockmusik. Ein gutes, aber einseitiges Album muss kein Hörer befürchten, was Crosby mit dem Titeltrack verdeutlicht. Nach der Funk-Rock-Nummer zum Auftakt folgt ein wunderschönes Akustik-Duett, das trotz Saxophon nicht kitschig wirkt. Der Song „Sky Trails“ folgt dem Opener in einer Einfachheit, die packt.

Auch ohne dieses überragende Niveau zu halten, erlaubt sich David Crosby keine Schwächen. Mal hält er sich zu lang an einer hübschen Melodie auf („Sell Me A Diamond“ und „Capitol“) oder lässt dem Saxophon zu viele Freiheiten (z.B. in „Here It’s Almost Sunset“). Das nimmt den Liedern die knackige Perfektion des Auftakts, verändert aber nichts an richtig schön geschriebenen Tracks. Der Wermutstropfen besteht darin, dass Crosby nicht durchgängig Meisterwerke schreibt. Rockfans früherer Tage finden in „Sky Trails“ jedoch ein gutes Stück Musik, das Teil einer langen Geschichte ist. Mit dem Alter darf Rock auch ruhig klingen. Auf „Sky Trails“ und „Somebody Home“ sollte niemand verzichten wollen, der sich nach ein paar Augenblicken Ruhe sehnt.

Gerade wer David Crosbys akustische Ausflüge mag, kommt auf „Sky Trails“ vollends auf seine Kosten. Hier zeigt sich die Reife eines Musikers, der Songs fokussiert wir kaum jemand anderes schreibt. Mit erfolgreichem Anschluss an die alten Rocktage in „Curved Air“ und wunderschönen Akustik-Momenten wie dem Titelsong ist ein David Crosby Album wie immer eine empfehlenswerte Ergänzung für die heimische Plattensammlung.

Anspieltipps:

  • Sky Trail
  • Curved Air
  • She’s Got To Be Somewhere

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