Lucinda Williams - This Sweet Old World - Cover
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Lucinda Williams This Sweet Old World


  • Label: Highway 20 Records
  • Laufzeit: 72 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Beschreiben der bittersüßen Lebensleiden ist und bleibt Lucinda Williams eine Große.

Nach den üppigen Doppelalben „Down Where The Spirit Meets The Bone“ (2014) und „The Ghosts Of Highway 20“ (2016), belässt es Lucinda Williams bei ihrem neuen Werk „This Sweet Old World“ bei nur einem Silberling. Denn neu ist das Ganze nämlich nicht. Abgesehen von vier Bonustracks, feiert Lucinda Williams mit dem Album das 25-jährige Jubiläum ihres 1992er Werks „Sweet Old World“. Williams‘ robustes Americana- und Country-Handwerk zeigt sich auch nach einem Vierteljahrhundert gut gealtert. Die Mischung aus ihrer gebrochen und verlebt klingenden Stimme und der ungebrochenen Stimmung ihrer Musik, steht für eine Musik, die jede Misslage zu überdauern verspricht.

„This Sweet Old World“ stellt aus der Kombination aus gealtertem Timbre, gereifter Produktion und frühen Kompositionen eine Besondere Mischung dar und ist ein gelungenes Zeugnis einer Frau, die nicht unterzukriegen ist. Lucindas Stimme ist unbezahlbar, aber den Mangel an Ideen besiegt kein Talent der Welt auf Dauer. Glücklicherweise ist das für Lucinda Williams durch das bereits vorhandene Material auf „This Sweet Old World“ kein Problem. Und das Material funktioniert auch heute noch.

Unaufgeregt melancholische Balladen wie „Something About What Happens When We Talk“ erreichen viel, ohne mit Blendwerk um sich zu werfen. Lucinda Williams trifft mit ihrer Art und ihren Worten den richtigen Ton. Das Ergebnis ist dabei nicht immer ein Meisterwerk, aber in jedem Fall berührend. Tonale Wiederholungen wie „Memphis Pearl“ gleicht die Musikerin mit knackigem Americana in „Prove My Love“ aus, auch wenn das Album wie vor 25 Jahren sehr ruhig ausfällt. So schön Nummern wie „Little Angel, Little Brother“ sind, so begrüßenswert sind Songs mit mehr Biss und Kampfgeist. „Pineola“ und „Hot Blood“ sind zum Beispiel wichtige Erinnerungen daran, dass Lucinda Williams nicht nur introvertiert in ihr Glas singt, sondern die Flucht nach vorne als Ausweg beschreibt.

Neben dem Aussetzer „Lines Around Your Eyes“ und letztlich zu vielen ruhigen Momenten, die sich gleichen, sind die Ausreißer nach oben diesmal bitter nötig. Lucinda Williams versteckt ihre Qualitäten auf „This Sweet Old World“ in ihren Texten. Auf dem betagten Album entsteht eine Stimmungslage, die oft gleich klingt, sodass aufmerksame Ohren gefragt sind. Das bremst den Hörspaß hier und da auch heute aus. Doch aller kleinen Schwächen zum Trotz, beweist Lucinda Williams mit der Neuaufnahme ihres Frühwerks eine Zeitlosigkeit, die nicht viele Musiker für sich beanspruchen. Und allein dafür ist diese Neuauflage es wert.

Anspieltipps:

  • Prove My Love
  • Little Angel, Little Brother
  • Pineola
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