Beck - Colors - Cover
Große Ansicht

Beck Colors


  • Label: Capitol/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Kopf aus, Beine an. Beck lässt die Sonne rein und fokussiert sich auf den Kern der Popmusik: Melodie und Rhythmus.

Mehr als drei Jahre hat uns Beck Hansen (47) auf die Folter gespannt und sich über vorab ausgekoppelte Singles von Verschiebung zu Verschiebung seines neuen Albums gehangelt. Nun musste aber mal so langsam Schluss sein und „Colors“ von der Kette gelassen werden, bevor das Publikumsinteresse wegen der ganzen nervigen Warterei vielleicht erlischt.

„Colors“ ist das insgesamt 13. Studioalbum von Beck. Die Arbeit daran begann bereits im Jahr 2013 und zog sich bis in dieses Jahr dahin. Als Produzent und Co-Songwriter fungierte Greg Kurstin (u.a. Kelly Clarkson, P!nk, Ellie Goulding, Foo Fighters, Tegan And Sara). Aufgenommen wurde in mehreren Etappen in Los Angeles im Studio von Greg Kurstin.

Wer nun aufgrund der langen Produktionszeit ein schwer zugängliches, progressives Konzeptwerk befürchtet hatte, wird bereits mit den beiden ersten Tracks beruhigt. Beck zeigt sich darin so poppig und locker wie noch nie und schlägt damit einen weiteren stilistischen Haken in seiner über zwanzigjährigen Karriere. Die Slacker-Hymnen der ersten Alben und die überzogene Melancholie des „Morning Phase“-Albums sind passé. Beck lässt in seinen Sound einfach mal die Sonne rein und fokussiert sich auf den Kern der Popmusik: Melodie und Rhythmus.

So dröhnen im euphorischen „I’m so free“ die E-Gitarren und bollern die Bässe, während „Dear life“ ganz entfernt vom Spätwerk der Beatles inspiriert zu sein scheint. Songs wie „No distraction“ und „Dreams“ sind dagegen Huldigungen an den Groove und Einladungen zum Tanzen. Bis hierhin flutscht das Album wie aus einem Guss, ehe das bereits bekannte „Wow“ den Bremsfallschirm auswirft. Diesen Knüppel zwischen die Tanzbeine hätte dieses Album wirklich nicht gebraucht, auch wenn der Song nicht schlecht ist. Auf „Colors“ verhält er sich wie ein Fremdkörper.

Viel mehr Kritikpunkte gibt es an „Colors“ allerdings auch nicht. Mit einer scheinbar simplen, aber unheimlich effektiven Songsammlung, ist Beck ein sommerlich leichtes Album gelungen, das sich irgendwie in den Herbst verirrt hat, aber auch dort sehr gut zurechtkommt und den Hörer mit guter Laune ansteckt. In diesem Sinne: Kopf aus, Beine an.

Anspieltipps:

  • Colors
  • Dear life
  • Up all night
  • No distraction
  • Seventh heaven
Neue Kritiken im Genre „Pop/Rock“
Diskutiere über „Beck“
comments powered by Disqus