Lynch Mob - The Brotherhood - Cover
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Lynch Mob The Brotherhood


  • Label: Rat Pak Records
  • Laufzeit: 60 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

George Lynch hat eine neue Bruderschaft um sich geschart. Das Wichtigste: Oni Logan ist geblieben und mit ihm schwingt sich Lynch in neue Höhen.

Vor zwei Jahren meldeten sich Lynch Mob mit dem guten „Rebel“ nach einigen EPs an der Albumfront zurück und vor allem George Lynch ist und bleibt ein Tausendsassa. Eine kurze, wenn auch vor allem des Geldes wegen, stattgefundene Japan-Tour mit Dokken, ein Album mit seinem Nebenprojekt KXM und ein neues Album mit Michael Sweet von Stryper, als Sweet & Lynch, steht auch schon in der Pipeline. Währenddessen haben sich auch bei Lynch Mob zwei neue Mitstreiter angeschlossen und machen laut Lynch und Sänger Oni Logan die Bruderschaft komplett. Sean McNabb am Bass und Jimmy D’Anda an den Drums ersetzen Ex-Dokken-Kollege Jeff Pilson und Brian Tichy. Fragt sich nur wie lange die Bruderschaft dieses Mal hält.

Die wichtigste Konstante hat George Lynch aber zum Glück beibehalten. Frontmann Oni Logan ist einer der Besten seiner Zunft und gerade die Kombination aus Lynchs gewitztem Riffing und Logans inspirierten Texten, größtenteils abseits gängiger Klischees, machen den Charme von Lynch Mob aus. Der Opener „Main Offender“ macht dies gleich deutlich. Ein gutklassiger Hardrock-Song, der aber erst im Pre-Chorus so richtig zündet, wenn Gitarrist und Sänger die typischen Bandtrademarks aus dem Ärmel schütteln. „Mr. Jekyll And Hyde“ beginnt treibend und leicht psychedelisch, um später Funk-Anleihen und straighten Rock miteinander zu verbinden. „I’ll Take Miami“ kombiniert die besten Elemente aus Lynch Mob und Dokken mit moderner Soundausstattung und hätte so auch auf dem Debüt stehen können und kann genauso überzeugen wie das straighte „Where We Started“.

Etwas unerwarteter fallen „Last Call Lady“ und „The Forgotten Maiden’s Pearl“ aus. Ersteres überrascht mit einer positiven Grundstimmung und Americana-Einflüssen, wobei Lynch sogar countryeske Licks aus dem Hut zaubert. Letzteres erinnert mit orientalischen Elementen und folkigen Akustikgitarren unweigerlich an Led Zeppelin. Auch in der zweiten Hälfte des Albums geht es ähnlich hochwertig weiter. Schwerer Hardrock der die Vergangenheit der Band nicht verleugnet („Until The Sky Comes Down“, „Black Heart Days“), schleppende Kost, die Dio mit Led Zeppelin vermischt („Black Mountain“), eine klischeebefreite Ballade („Miles Away“) und bluesgetränktes samt Mundharmonika („Until I Get My Cold“).

War das letzte Album „Rebel“ schon gut, setzen Lynch Mob mit „The Brotherhood“ noch eine Schippe drauf. George Lynchs Umtriebigkeit scheint die Band nicht zu bremsen, vielmehr scheint er sich durch seine vielen Projekte Inspiration zu holen. Der einzige Kritikpunkt an dieser starken Platte ist die Länge. Manche Songs ziehen sich dann doch etwas hin und wären besser etwas kompakter geraten.

Anspieltipps:

  • I’ll Take Miami
  • Last Call Lady
  • Until The Sky Comes Down
  • Black Mountain
  • Until I Get My Cold

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