Josh Ritter - Gathering - Cover
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Josh Ritter Gathering


  • Label: Pytheas Recordings
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Lasst ihn mal machen. Josh Ritter sammelt auf „Gathering“ Ideen aus allen Himmelsrichtungen und zerstreut diese ebenso willkürlich in unseren Gehörgängen.

Nach einer Minute folklorischem Auftakt scheint klar: der US-Amerikaner Josh Ritter kanalisiert diesmal seinen inneren Iren. Nein, das dürfen Hörer auf „Gathering“ frei nach dem Titel nicht zu ernst nehmen. Josh Ritter überkamen anscheinend Ideen aus allen Ecken, sodass auf ätherischen Folk schon mal warmer Soul-Rock im Stile eines 10226,Moneybrother erklingt. Im Anschluss daran wiederum klassischer Rock ’n’ Roll in „Friendamine“, der trampelndem Western-Rock in „Feels Like Lightning“ Platz macht. Runden wir das Ganze mit einem Country Duett samt Bob Weir ab und fertig ist die totale Konfusion im Gehörgang. „Gathering“ ist ein Pool an großteils guten Ideen, die nie darauf aus sind zusammenzupassen.

Josh Ritter macht es unmöglich, eine deutliche Empfehlung auszusprechen. Sanfter Folk-Pop („Train Go By“) und ein düsterer Verschnitt des frühen James Blunt in „Dreams“ verdeutlichen den Eindruck der ersten Hälfte. Hier lässt ein Songwriter sich von der eigenen Ideenvielfalt mitreißen und wer sich nicht in seinen Kopf versetzt, der ist schnell überfordert. Wer zu „Train Go By“ träumt, ist nicht automatisch vom Country-Rock eines „Cry Softly“ angetan. Die Stimmung auf „Gathering“ ist sprunghaft, auch wenn im letzten Drittel der Americana-Sound den deutlichsten Abdruck hinterlässt. Hier gibt sich Ritter die Mühe den Folk-Sound eines „Thunderbolt’s Goodnight“ einzupflegen, sodass er zu den knackigen Country-Klängen zuvor passt.

Gleichzeitig ist der Abschluss des Albums aber auch weniger spannend anzuhören. Auch ohne fehlenden Zusammenhalt ist ein „Showboat“ ein Song, für den andere Musiker ihre Seele verkaufen. Im Verbund mit „Friendamine“ und „Train Go By“ präsentiert Josh Ritter Evergreens für unterschiedliche Sparten. Diese Leistung allein rechtfertigt den kreativen Rundumschlag auf „Gathering“. Wählerische Ohren greifen dieser Tage auf selektive Downloads zurück. Wer die Scheibe trotzdem im eigenen Regal wünscht, der macht bei allem Chaos nicht viel falsch mit dieser Songansammlung. Vinyl-Enthusiasten sei versichert: die Nadel ist nicht gesprungen, das Album ist wirklich so wechselhaft. Alles wird gut.

Anspieltipps:

  • Showboat
  • Friendamine
  • Train Go By

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