Marilyn Manson - Heaven Upside Down - Cover
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Marilyn Manson Heaven Upside Down


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Schocken kann Manson niemanden mehr. Mit dem einen oder anderen Song aber wenigstens überraschen.

In regelmäßigen Abständen veröffentlicht Marilyn Manson neue Studioalben, trotzdem hat man das Gefühl, dass der Amerikaner schon eine Ewigkeit nichts mehr herausgebracht hat. In den letzten zehn Jahren sind es dann aber doch ganze fünf Studioalben. Warum man den Herrn mit Ausnahme von ein paar Gastauftritten in erfolgreichen Serien (Californication, Sons Of Anarchy) nicht mehr im Gedächtnis hat, mag daran liegen, dass seine letzten Alben nichts Relevantes mehr zu sagen hatten. Manson ruhte sich auf seiner Legende aus. Dies sei ihm gegönnt.

Trotzdem erscheint dieser Tage mit „Heaven Upside Down“, zwei Jahre nach „The Pale Emperor“, der mittlerweile zehnte Longplayer. Und dieser beginnt mit überraschend kernigem Hardrock. Allerdings ist der Opener „Revelation #12“ nach etwa zwei Minuten auserzählt und das gefühlt hundertmalige Zählen von „one“ bis „ten“ nervt irgendwann gewaltig. Mit „Tattooed In Reverse“ schielt Manson etwas in Richtung Alternative-Disco, in dem er seine eigenen Trademarks mit moderneren Sounds à la Royal Blood vermischt.

Die Wortspiele in den Titeln von „We Know Where You Fucking Live“ oder „Say10“ lassen höchstens kurz schmunzeln. Im Gegensatz zum gehaltlosen Industrial-Gewitter in erstgenannten Stück, kann letzteres zumindest musikalisch überzeugen. Ruhige Passagen wechseln sich mit Heavy-Parts und psychedelischen, endlich mal bedrohlich wirkenden Riffs ab. Das konterkariert Manson dann mit der Disco-Nummer „Kill4Me“. Aber: Der Song funktioniert! Ein lässiger Groove, teilweise funky Gitarren und Mansons überheblicher und exaltierter Gesang, machen „Kill4Me“ zu einem Hitkandidaten.

Das achtminütige „Saturnalia“ ist ein klassischer Industrial-Song in der Tradition von Filter, „Blood Honey“ verbindet New Wave und Gothic Sounds, während der Titelsong und „Threats Of Romance“ wieder überraschen können. Wesentlich eingängiger und mit eindeutigem Bowie-Einschlag, schafft es Manson noch einmal Anklang zu finden. So wird deutlich, dass „Heaven Upside Down“ immer dann überzeugt, wenn es den Hörer überrascht. Schocken kann Marilyn Manson wahrscheinlich eh niemanden mehr, wenn er allerdings verblüfft, nimmt man ihn wieder wahr.

Anspieltipps:

  • Say10
  • Kill4Me
  • Heaven Upside Down
  • Threats Of Romance

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