Black Rebel Motorcycle Club - Wrong Creatures - Cover
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Black Rebel Motorcycle Club Wrong Creatures


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 58 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Fünf Jahre haben sich Black Rebel Motorcycle Club für ein neues Album Zeit gelassen. Sie beginnen stark, lassen dann aber leider genauso stark nach.

Ganze fünf Jahre war es ruhig um den Black Rebel Motorcycle Club. Nach dem guten „Specter At The Feast“, kam noch ein Live-Album und dann Stille. Seit nunmehr zehn Jahren ist Schlagzeugerin Leah Shapiro mit an Bord und mit „Wrong Creatures“ erscheint nun das dritte Album mit ihrer Beteiligung, das siebte der Band insgesamt, das instrumentale und nur als Download erschienene „The Effects Of 333“ mal außen vor gelassen.

„DFF“ ist als Intro angelegt und mit dem folgenden „Spook“ geht es dann richtig los und man hört das, was man von Black Rebel Motorcycle Club hören will. Ein klassischer Rocksong der deutlich in den 70ern verwurzelt ist, aber mit einer ordentlichen Portion Hall und Delay auf Stimme und Gitarre und den daraus resultierenden sphärischen Sound in die moderne gehievt wird. Das folgende „King Of Bones“ wirkt noch düsterer mit beinahe an Industrial-Klänge der Nine Inch Nails erinnernden Anleihen. Trotzdem passend für die Alternative-Disco. Auch das ruhigere „Haunt“, das durch wehmütige Gitarren, dem fast geflüsterten Gesang und Soundcollagen im Hintergrund eher in die Richtung Verve oder gar Calexico geht, gerät zwingend, wenn die Band auch aufpassen muss sich in den fast sechs Minuten nicht zu verlieren.

Das tut sie nämlich in den folgenden Songs. „Echo“ vermixt eine latent an Lou Reeds „Walk On The Wild Side“ erinnernde Bassline mit langweiligem Single-Note-Indie-Gedudel und gerät deutlich zu lang, dafür das nicht viel passiert. „Ninth Configuration“ ist ein schleppender Rocksong der zwar gekonnt zwischen ruhigen und lauten Parts wechselt, aber für sieben Minuten einfach zu wenig bietet. Auch die austauschbaren Noise-Experimente im letzten Drittel sind nicht gerade förderlich. Besser macht es die Band dann in „Question Of Faith“, dass zwar Gefahr läuft ähnlich zu enden, aber hier ist die Dichte an guten Ideen einfach höher.

Erst mit „Little Thing Gone Wild“ nehmen die Amerikaner wieder an Fahrt auf. Mit tanzbarem Groove und pulsierendem Bass geht der Song schon in Ordnung, wäre aber besser an früherer Stelle platziert worden. „Circus Bazooko“ kann dann aber mit leicht verstörenden Zirkus-Klängen und psychedelischen Elementen nochmal wirklich überraschen und ist ebenso solide wie das bluesigere „Carried From The Start“.

In der Mitte des Albums geht dem Black Rebel Motorcycle die Luft aus. Eine andere Tracklist oder nicht bis in die letzte Sekunde ausgereizte Songs hätten dem Fluss von „Wrong Creatures“ spürbar gutgetan, so entsteht ein eher fader Beigeschmack, nachdem das Album wirklich vielversprechend und gut begonnen hat. Dann verliert sich die Band allerdings in durchschnittlichem Indie-Rock mit sphärischen Soundcollagen und austauschbaren Noise-Experimenten.

Anspieltipps:

  • Spook
  • King Of Bones
  • Haunt

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