Noel Gallagher´s High Flying Birds - Who Built The Moon - Cover
Große Ansicht

Noel Gallagher´s High Flying Birds Who Built The Moon


  • Label: Sour Mash/INDIGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Synthies und andere elektronische Spielereien lassen die Songs in einem undifferenzierten Sound untergehen. In diesem Jahr hat ausnahmsweise mal Bruder Liam die Nase vorn.

Sein Bruder Liam Gallagher veröffentlichte mit „As You Were“ unlängst eine überraschend gute Scheibe, da ist klar, dass Noel Gallagher mit seinen High Flying Birds nachziehen will. Hatte der ältere Bruder in den Post-Oasis-Jahren mit seinen beiden Alben „Noel Gallagher’s High Flying Birds“ und „Chasing Yesterday“ im Gegensatz zu Beady Eye künstlerisch und kommerziell die Nase vorn, scheinen sich auf dem neuen Album „Who Built The Moon?“ Abnutzungserscheinungen breit zu machen, was die Vorabsingle „Holy Mountain“ leider andeutete.

Den Track kann man als elektronisch angehauchte Glam-Nummer a la Sweet oder Slade bezeichnen, deren Soundgemisch ohne jegliche Konturen den Hörer ratlos zurücklässt. Überladen, undifferenziert und breiig erinnert dies mehr an Blur, denn Oasis und es verwundert nicht, dass sich Noel mit seinem früheren Erzfeind Damon Albarn mittlerweile wohl bestens versteht, was Posts in den sozialen Medien belegen. Ein anderer großer Einfluss scheinen U2 gewesen zu sein, mit denen der Brite in den vergangenen Monaten ausgiebig als Support getourt ist. „It’s A Beautiful World“ tönt allerdings genauso überladen und plätschert nur so vor sich hin. Die Wahl von Electronica-Produzent David Holmes hat sich alles andere als ausgezahlt.

Besser macht es der 50-jährige mit den flotteren Songs. Zwar wummern auch in „She Taught Me How To Fly“ die Synthies im Vordergrund, aber die leichten The-Cure-Einflüsse in dieser treibenden Nummer wirken doch etwas erfrischend. Auch „Keep On Reaching“ mit düsterer Atmosphäre, treibendem Beat und leichter Soul/Funk-Schlagseite reiht sich auf der positiven Seite ein, obwohl es mit dreieinhalb Minuten nicht wirklich kurzweilig wirkt. Ebenso auf der Habenseite stehen „Be Careful What You Wish For“ und „The Man Who Built The Moon“. Beides düstere, ruhigere Nummern, wobei ersteres mit coolem Groove den Sommer herbeisehnen lässt, letzteres mit immer weiter auftürmender Düsternis fast bedrohlich wirkt.

So liefert Noel Gallagher mit „Who Built The Moon?“ ein Album zwischen Licht und Schatten. Ein paar Songs können restlos überzeugen, genauso viele sind Ausfälle. Dazwischen gibt es allenfalls solides, sowie drei Quasi-Instrumentals, inklusive des völlig Deplatzierten „Fort Knox“ als Opener. An die beiden Vorgänger reicht das neue Album bei weitem nicht heran und auch gemessen am Album seines Bruders muss sich Noel Gallagher in diesem Jahr deutlich geschlagen geben.

Anspieltipps:

  • She Taught Me How To Fly
  • Be Careful What You Wish For
  • The Man Who Built The Moon

Neue Kritiken im Genre „BritPop“
8/10

Urban Hymns (20th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „Noel Gallagher´s High Flying Birds“
comments powered by Disqus