The Corrs - Jupiter Calling - Cover
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The Corrs Jupiter Calling


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Produzent T Bone Burnett führt The Corrs zurück an ihre Wurzeln, begünstigt aber auch eine etwas schläfrig wirkende Atmosphäre.

Im Februar 2016 meldeten sich The Corrs nach zehnjähriger Albumpause mit dem „White Light“-Werk zurück. Leider konnte die irische Familien-Band damit nicht an die Qualität ihrer Longplayer aus den 90er Jahren anknüpfen. Es sei ihr verziehen. Denn ein Comeback nach so langer Zeit ist sicher kein kreativer Selbstläufer. Sei’s drum. Die Fehler des Vorgängers können The Corrs nun auf ihrem neuen Album „Jupiter Calling“ korrigieren.

Nachdem „White Light“ von der Pop-Rock-Allzweckwaffe John Shanks (Bon Jovi, Miley Cyrus, Take That, Van Halen, Sheryl Crow) produziert wurde, durfte nun mit T Bone Burnett (Jakob Dylan, John Mellencamp, Natalie Merchant, Elton John) ein zwar nicht weniger prominenter Produzent ans Werk, der aber für eine völlig andere Arbeitsweise steht. So bezeichnet Caroline Corr die Zusammenarbeit mit dem Amerikaner als „befreiendste Erfahrung, die wir je in einem Studio gemacht haben“.

Das mag daran liegen, dass der Longplayer live im Studio eingespielt und auf Zwei-Zoll-Bändern aufgenommen wurde, als würde es die ganze digitale Technik gar nicht geben. Damit führte der 69-Jährige das Quartett zurück an seine Ursprünge – und vielleicht noch ein Stück weiter. Dies verraten bereits die Töne des Openers „Son of Solomon“. Denn T Bone Burnett hat den Corrs den knallig-platten Mainstream-Pop von „White Light“ wieder ausgetrieben und die Corr-Familie wieder auf den Pfad der Tugend gebracht. Eine Atmosphäre, die sich durch das gesamte Album zeiht.

Mit zumeist bedächtigen Klängen, in die sich auch die eine oder andere Country-Note eingeschlichen hat, singen The Corrs hauptsächlich über Liebe und Romantik. Dazu braucht es nur ganz wenig Pop („Butter flutter“, „Hit my ground running“), aber umso mehr Folk („SOS“) und Pathos („Dear life“, „No go baby“, „The sun and the moon“). Damit kommen die vier Iren wesentlich authentischer rüber als noch auf „White Light“, kriegen aber insgesamt nicht so richtig den Hintern hoch. Das liegt gewiss auch an der betont herbstlichen Stimmung des Albums, die zwar gut in die Jahreszeit passt, aber insgesamt zu einschläfernd wirkt. Dennoch ist „Jupiter Calling“ ein Turnaround an der richtigen Stelle und zur richtigen Zeit. Denn The Corrs im Disco-Pop-Modus hat nun wirklich niemand gebraucht.

Anspieltipps:

  • Road to Eden
  • Chasing shadows
  • Live before I die
  • The sun and the moon
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