Dhani Harrison - In///Parallel - Cover
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Dhani Harrison In///Parallel


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 59 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Diese Stücke hätte sich Dhani Harrison lieber für seine nächste Filmmusik aufgespart..

Der einzige Spross von Beatles-Legende George Harrison, Dhani, legt mit „In///Parallel“ sein erstes Soloalbum vor. Seine Alternative/Indie-Band „The NewNo2“ befindet sich seit einigen Jahren im Tiefschlaf und Dhani Harrison beschäftigte sich in den letzten Jahren vornehmlich mit dem komponieren von Filmmusiken und Scores für Serien.

An eine Art Score erinnert auch der Opener des Albums „Never Know“, das mit hauptsächlich elektronischem Sound eine bedrückende Atmosphäre versprüht und anfangs etwas willkürlich erscheint. Schon beim zweiten Durchgang macht sich allerdings eine Intensität breit, die den Song deutlich aufwertet. Mit einer Mischung aus Ambient und Electro locken die folgenden „WarOnFalse“ und „Ulfur Resurrection“ allerdings niemanden hinter dem Ofen hervor. Eingebettet in einen düsteren Film könnte diese Musik mehr als passend erscheinen, im Albumkontext wirken sie dann doch eher überambitioniert und überdreht kunstvoll.

So geht es leider weiter. „Downtown Tigers“ plätschert über sechs Minuten vor sich hin, ohne mit Überraschungen aufzuwarten, „Poseidon (Keep Me Safe)“ nervt mit von Effekten überladenen Vocals. „London Water“ kann immerhin mit einer dunkel-lässigen James Bond-Atmosphäre punkten und auch die Klangwelten in „Summertime Police“ sind gefällig. Der Hörer muss aufpassen, um zu merken, wann ein Song endet und der nächste beginnt, denn Harrison pfeift auf Songstrukturen und bevorzugt es sphärische Klangwelten zu erschaffen, die auf einem Teppich aus Synthesizern vor sich hin wabern. Etwas gefälligere Strukturen wären allerdings so manches Mal von Vorteil gewesen.

Dhani Harrison versucht offenbar sich so weit wie möglich musikalisch von seinem Vater zu distanzieren, um Vergleiche erst gar nicht aufkommen zu lassen. Dabei vergisst er allerdings wirkliche Songs zu schreiben. „In///Parallel“ klingt wie Filmmusik und die darauf enthaltenen Stücke kämen als solche, in 30- oder 60-Sekunden-Schnipseln mit Sicherheit gut und beeindruckend. Auf Albumlänge sind sie eher nervig und anstrengend.

Anspieltipps:

  • London Water
  • Never Know

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