Terra Lightfoot - New Mistakes - Cover
Große Ansicht

Terra Lightfoot New Mistakes


  • Label: Sonic Unyon Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ganz so schlimm, wie der Titel es vermuten lässt, ist Terra Lightfoots neues Album zum Glück nicht.

Fehler begeht Terra Lightfoot auf ihrem neuen Album „New Mistakes“ zwar, aber das meint der Titel dann auch wieder nicht. Die zwölf Songs auf dem neuen Album sind Schablonen von Rockmusik und passen sich der generischen Gitarristenpose auf dem Cover an. „Seht her, wie sehr ich Rockmusiker bin“, scheint Lightfoot genauso verkrampft darstellen zu wollen. Sie platzt mit ihren Liedern mitten in Stimmungen hinein und kennt selten ein zufriedenstellendes Finale. Die Musik auf „New Mistakes“ kommt aus dem Nichts und versandet dort ebenfalls wieder. Bleibende Eindrücke suchen Hörer auf „New Mistakes“ vergebens.

„Paradise“ stampft direkt bei 100% in den Raum und versucht Terras durchaus volle Stimme in den Mittelpunkt zu rücken. Dadurch, dass das Lied allerdings keinen Spannungsregler kennt, haben Hörer nach gut 30 Sekunden alles gehört, was der Opener zu bieten hat. Diese fehlende Spannung betrifft das komplette Album und wirkt sich wie eine angezogene Handbremse auf „New Mistakes“ aus. Wie in den schwächer geschriebenen Tatort-Ausgaben ist der Verlauf nach wenigen Augenblicken glasklar. Wer nach einer halben Minute nicht begeistert ist, der darf keine Veränderung erwarten.

Zu handzahm geht Terra Lightfoot ihren vom Blues inspirierten Rock an. „Pinball King“ und „Ruthless“ verstecken in ihrem Kern schöne Melodieverläufe, die aber keine Dynamik erhalten. Alles klingt brav innerhalb unsichtbarer Grenzen, was Lightfoots voller Stimme zuwiderläuft. Die Musik zwingt sich in zurückhaltende Arrangements, die Lightfoots Stimme jegliche Wucht nehmen. Selbst wenn die Gitarren wie in „Stars Over Dakota“ den Blues aggressiv versuchen heraufzubeschwören, bleibt Lightfoots Musik kalt. Das Album klingt aufgesetzt und künstlich und nicht, als würde diese Musik voller Überzeugung gespielt werden.

Positive Ausnahmen wie „Norma Gale“ sind leider viel zu selten. Hier lässt sich die Musikerin Zeit ihr Lied zu entwickeln und den Hörern nicht bloß eine schnell zusammengefasste Idee vorzusetzen. Ansonsten sorgt „New Mistakes“ für äußerst kurzlebige Glücksmomente. „Slick Back Kid“ macht bei aller Leere dank der Melodie genug Spaß, „Drifter“ knüpft zumindest phasenweise an „Norma Gale“ an und mit „Two Hearts“ bekommen Hörer noch einen romantischen Rock-Paartanz serviert.

Insgesamt sind viele dieser Momente aber auch nur angenehmes Mittelmaß, die von einem ansonsten erlahmenden Album ablenken. Ironischerweise traut sich „New Mistakes“ nicht, sich aus dem Fenster zu lehnen und die Komfortzone gekonnt zu verlassen. Das Ergebnis ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Eine bekanntermaßen tödliche Kombination, wenn Musiker bei ihren Hörern Gefühle wecken möchten.

Anspieltipps:

  • Ruthless
  • Norma Gale
  • Drifter

Neue Kritiken im Genre „Rock“
9/10

News Of The World (40th Anniversary Edition)
  • 2017    
8/10

Automatic For The People (25th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „Terra Lightfoot“
comments powered by Disqus