Bootsy Collins - World Wide Funk - Cover
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Bootsy Collins World Wide Funk


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 72 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer Bootsy Collins kennt, weiß in etwa auf was er sich einlässt. Trotzdem sollte man alle fünf Songs eine Pause einlegen.

Bootsy Collins ist längst eine Legende. Als Bassist von James Brown hat er den Grundstein seiner Karriere gelegt, bevor er die Kunstfigur Bootsy mit George Clinton entwickelte und verfeinerte und so zu einem der einflussreichsten Bassisten wurde, den der Funk bzw. die populäre Musik im Allgemeinen zu bieten hat. Seine Alben sind seit jeher etwas skurril, verspielt und over-the-top. Daran ändert sich auch bei seinem 12. Album „World Wide Funk“ nicht allzu viel.

Niemand geringeres als Iggy Pop stellt den Paradiesvogel im Intro des Openers „World Wide Funk“ mit den Worten „Bootsy Collins was born a long, long time ago in a subterranean cavern full of shining dinosaurs deep below the Ohio River…“ vor. Genauso abgespaced geht es dann auch musikalisch weiter. Die funky Nummer hat mit wirrem Gelaber, groovender Rhythmussektion, lässiger Gitarre, furiosem Solo von Gaststar Buckethead einen wahren Overload an Eindrücken zu bieten. Aber dies ist man von Bootsy Collins ja gewöhnt und „World Wide Funk“ hätte auch auf Alben wie „Ultra Wave“ oder „This Boot Is Made For Fonk-N“ stehen können, die vor über 35 Jahren erschienen.

Etwas wirr und diffus geht es weiter. Die an Prince erinnernden „Bass-Rigged-System“, bei dem Collins nach Herzenslust slappen darf, oder „Snow Bunny“ sind mehr Jams und Instrumentalshowcases der Musiker, denn wirkliche Songs. Eingängiger sind die Midtempo-Nummern wie „Pusherman“ mit Rappern wie Dru Down oder „Thera-P“ mit Leadsänger Tyshawn Colquitt und hätten sogar jemandem wie Will Smith gut zu Gesicht gestanden. In „Candy Coated Lover“ treffen Earth, Wind & Fire auf Al Green, „Come Back Bootsy“ kann wiederum tatsächlich Erinnerungen an den Godfather des Soul aufwecken. Dann gibt es aber auch stinklangweilige Slow-R’n’B-Song wie „Heaven Yes“ oder „Hot Saucer“, die wohl etwas runterfahren sollen, was aber aufgrund der auch hier üppigen Soundmixturen nicht gelingt.

Wer frühere Alben von Bootsy Collins kennt, weiß eigentlich auf was er sich hier einlässt. Trotzdem lässt der hier vorhandene Overkill an Sounds, Instrumenten und Stimmen den Hörer durchaus erstmal ratlos zurück. Dass das Album mit 72 Minuten auch nicht gerade kurz geraten ist, lässt das genießen des kompletten Albums unmöglich erscheinen und so ist es auch. Nach spätestens fünf Songs ist Schluss und die Ohren brauchen eine Pause. Handwerklich kann man dem Amerikaner bis auf die R’n’B-Ausflüge keine Vorwürfe machen, trotzdem ist „World Wide Funk“ auf Dauer etwas anstrengend.

Anspieltipps:

  • Pusherman
  • Thera-P
  • Candy Coated Lover

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