Theory Of A Deadman - Wake Up Call - Cover
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Theory Of A Deadman Wake Up Call


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Keine Besprechung eines Albums von Theory Of A Deadman ohne Nickelback-Querverweis. Vielleicht zum letzten Mal. Lest hier warum.

Theory Of A Deadman aus dem kanadischen Vancouver starteten ihre Karriere genau zu dem Zeitpunkt, als die kanadischen Kollegen von Nickelback ihre kommerziell größten Erfolge feierten. Sie hängten sich stilistisch an den Sound von Chad Kroeger und Co. heran und ergatterten folgerichtig einen Deal bei 604 Records, dem von Chad Kroeger (42) gegründeten Indie-Label. Das Ganze ist nun 15 Jahre her und Theory Of A Deadman existieren immer noch, obwohl die Band nie über den Status einer Durchschnittstruppe hinwegkam und international bis heute eher bescheiden performt.

Mit „Wake Up Call“ präsentieren Tyler Connolly (Gesang, Gitarre), Dean Back (Bass), Dave Brenner (Gitarre) und Joey Dandeneau (Drums) nun ihr sechstes Studioalbum, das die Band in den Londoner Kensaltown Studios zusammen mit dem schwedischen Produzenten Martin Terefe (James Blunt, Zaz, Christina Aguilera, Train, a-ha, Ron Sexsmith, KT Tunstall) aufgenommen hat. Wer nun beim Namen Martin Terefe (48) im Zusammenhang mit Theory Of A Deadman leichte Zuckungen bekommt, hat diese zu Recht. Denn mit der Produktion von Rockmusik wird der gebürtige Stockholmer gemeinhin nicht in Verbindung gebracht.

Dass die Produzentenwahl kein Zufall war, machen die Kanadier mit den elf Songs von „Wake Up Call“ dann auch für jeden deutlich. Das Quartett hat seine Alternative-Rock-Komfortzone verlassen und im großen Hafen der Popmusik angedockt. Wer ein schönes Piano zuhause hat wie Tyler Connolly, wer braucht da noch dominierende E-Gitarren? Diese lassen sich doch auch ganz wunderbar irgendwo im Soundmix verstecken, um nur noch als Alibi mitzulaufen. Leben wir also damit, dass Theory Of A Deadman nun so klingen wie eine Mischung aus Train und Maroon 5 („PCH“), verbunden mit der Frage, ob das wirklich sein musste?

Theory Of A Deadman platzieren sich mit „Wake Up Call“ in einer Schublade, in der im Prinzip kein Platz mehr ist. Okay, würden sie schlagende Argumente in Form von starken Kompositionen liefern, wären die Pop-Rock-Protagonisten sicher ein bisschen zusammengerückt. Aber mit dem, was die Kanadier hier über die gesamte Länge des Albums anbieten, ist absolut kein Staat zu machen. Wir hören ausschließlich schlappe Melodien ohne Pfiff und Esprit („Time machine“, „Loner“) und wundern uns über Ideen, die wie zum hundertsten Mal wiedergekäut klingen („Po mouth“).

So weit, so schlimm. Doch wer als Rausschmeißer allen Ernstes auch noch eine vor Schmalz und Streichern triefende Interpretation von Chris Isaaks inzwischen zu Tode gecoverten „Wicked game“-Klassikers auffährt, hat den letzten Schuss wahrlich nicht gehört und muss sich das Urteil gefallen lassen, dass das Pop-Experiment auf „Wake Up Call“ krachend gescheitert ist.

Anspieltipps:

  • Loner
  • Wake up call
  • Time machine
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