Ten Years After - A Sting In The Tale - Cover
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Ten Years After A Sting In The Tale


  • Label: Butler/H'Art
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit dem Alter kommt die Routine. Ten Years After zitieren sich selbst ordentlich, ohne weiter Schritte nach vorne zu gehen.

Die Zeiten ändern sich für Bands wie Ten Years After. Früher waren sie voran preschende Musiker, die ihr Genre mitbestimmten. Heute sind die einst progressiv anmutenden Orgelklänge in Verbindung mit Krautrock, Blues und Americana alte Schule. Ten Years After wissen um die Zeichen der Zeit und setzen sich mit viel Liebe zum Blues in Szene. Auch ohne Originalbesetzung bleibt der Ten Years After-Klang erhalten und findet weiterhin Freunde auf der ganzen Welt.

Die große Gabe von Bands wie Ten Years After ist, dass sie ihre eigene Musik durch und durch verstehen. Auch wenn ein „Iron Horse“ heutzutage etwas müde anmutet und die Orgelklänge aus dem Keyboard in „Retired Hurt“ eher verwaschen klingen, beherrschen Ten Years After ihr Genre weiterhin. Mit griffigen Riffs und der passenden Stimme Marcus Bonfantis treffen Ten Years After weiter die richtigen Töne.

Die Stimmung allein macht natürlich noch kein Meisterwerk, auch wenn dieses Prädikat wohl immer dem Original vorbehalten bleibt. Im Gegensatz zu Queen ist bei Ten Years After kein solch gewaltiger Qualitätsverlust auszumachen, aber Ten Years After klingen heute wie eine in sich gekehrte Version früherer Tage. Zusätzlich bringt Bonfanti als neues, junges Gesicht eine eigene Note ein, die dem Americana-Anteil der Musik entgegenkommt. Wenn Bonfanti in „Stoned Alone“ und „Miss Constable“ rauchig leidet, bekommt selbst Leitungswasser einen Nachgeschmack wie aus dem Eichenfass.

Die Elemente auf „A Sting In The Tale“ treffen zweckdienlich aufeinander, ohne dabei die ganz großen Funken zu versprühen. Schnell und laut in „Two Lost Souls“ oder romantisch balladesk in „Diamond Girl“ klingen Ten Years After emotional zu distanziert von ihrer eigenen Musik. Der Blues lässt wie ein Schweizer Uhrwerk stilistisch nie zu wünschen übrig, aber die Inbrunst dahinter ist an einigen Stellen überschaubar. Die ganz großen Gefühle bleiben auf „A Sting In The Tale“ bis zuletzt aus. Positiv ist dagegen festzuhalten, das andere Bands gerne so authentisch wie in „Up In Smoke“ und „Land Of The Vandals“ klingen würden. Auch ohne Überraschungen und die Extraportion Hingabe ist das neue Ten Years After-Album ein Vorzeigestück an Handwerkskunst, das sich auch 2017 großteils gut hören lässt.

Anspieltipps:

  • Land Of The Vandals
  • Miss Constable
  • Up In Smoke

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