Mavis Staples - If All I Was Was Black - Cover
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Mavis Staples If All I Was Was Black


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein bisschen zu viel Minimalismus von Produzent und Songwriter Jeff Tweedy. Die Stimme von Mavis Staples gleicht dies allerdings locker aus.

Als Tochter des legendären Pops Staples wuchs die mittlerweile 78-jährige Soul-Diva Mavis Staples von klein auf in ihre Rolle hinein. Als Mitglied der von ihrem Vater angeführten Staple Singers, aber auch in einigen Solo-Veröffentlichungen seit Ende der Sechziger Jahre hat die aus Chicago stammende Sängerin bewiesen, dass Gospel, Blues und Soul in ihrer DNA sind, wie sollte es auch anders sein. Nun gibt es mit „If All I Was Was Black“ ihr fünftes Album in zehn Jahren. In den vorherigen vierzig Jahren ihrer Karriere hat sie gerade mal zehn veröffentlicht. Produziert und geschrieben wurde die Scheibe erneut von Jeff Tweedy, seinerseits Frontmann von Wilco.

Wenn das Album beginnt zuckt man ob des programmierten Schlagzeugs allerdings erstmal zusammen. „Little Bit“ entwickelt sich dann aber schnell zu einer lässig-groovenden Bluesnummer die in ihrem Minimalismus irgendwo zwischen Seasick Steve und Steve Earle anzusiedeln ist. Der Titelsong ruft dazu auf den alltäglichen Rassismus zu überwinden. Trotz Zeilen wie „If all I was was black, don’t you wanna know me more than that“ versprüht der Text eine gewisse Hoffnung, wenn es heißt „I got love to give“ oder „it’s time for love“. Auch die Musik trägt ihren Teil dazu und lässt „If All I Was Was Black“ zu einer Feelgood-Nummer werden.

„Who Told You That“ und „Ain’t No Doubt About It“ könnten unterschiedlicher nicht sein, trotzdem überzeugen beide. Ersteres als leicht düster vor sich hin groovender Funkblues, letzteres als ruhige, abwechslungsreich arrangierte Soulnummer. Das nach kalifornischer Sonne klingende „Build A Bridge“ erinnert in seiner Entspanntheit an War, das treibende „Try Harder“ hat sogar mal knarzige Gitarren zu bieten. Einzig das durch seine Monotonie selbst mit knapp viereinhalb Minuten zu lang wirkende „No Time For Crying“ will nicht überzeugen.

Das ist auch die Hauptkritik, die man Jeff Tweedy vorwerfen könnte. Seine Songs sind meist einfach gestrickt, dafür allerdings optimal arrangiert. Hier und da ist sein Minimalismus dann aber doch ein bisschen übertrieben bzw. eher untertrieben. Mavis Staples kann mit ihrer warmen, unaufgeregten Stimme allerdings aus jedem Song noch etwas herausholen. Bestes Beispiel das akustische „All Over Again“, das eine dann doch ziemlich runde und kurzweilige Platte beendet.

Anspieltipps:

  • Who Told You That
  • Ain’t No Doubt About It
  • Build A Bridge
  • Try Harder
  • All Over Again

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