Project Mama Earth - Mama Earth - Cover
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Project Mama Earth Mama Earth


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 31 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Joss Stone sammelt vertraute Musikmitstreiter um sich und schafft eine Erinnerung daran, wie viel Seele World Music beinhalten kann.

Tim Bendzko ist durchaus nachvollziehbar nicht jedermanns Sache und dennoch hat sein Song „Nur Noch Kurz Die Welt Retten“ eine gehörige Anziehungskraft. Wenn die Weltrettung ein Leichtes wäre, wäre vieles besser. Wir springen ein paar Genres zur Seite und beobachten mit Project Mama Earth eine Handvoll Musiker, die innerhalb von 10 Tagen ein Album schufen, das die Welt in vielerlei Hinsicht ein Stückchen besser macht. „Mama Earth“ entführt Hörer in eine Zeit, als die großen Namen des Pop- und Rockgeschäfts afrikanische Rhythmen für sich entdeckten. Bei der Supergroup um Sängerin Joss Stone ist allerdings ein weitaus organischerer Mix herausgekommen.

Project Mama Earth besteht nicht aus Namen, die dem Mainstream Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Die Zusammenstellung aus Joss Stone, Jonathan Joseph, Nitin Sawhney, Jonathan Shorten und Étienne M’Bappe erinnert an The Good The Bad And The Queen unter der Schirmherrschaft eines gewissen Damon Albarn. Hier sind Musiker am Werk, die ihre Stile und wichtiger noch sich gegenseitig verstehen. „Mama Earth“ hat Rock-Elemente der letzten 40 Jahre in sich, die die Band nahtlos mit afrikanischen Wurzeln verbindet. Dass letztlich lediglich sechs vollwertige Titel herausgekommen sind, ist zu verschmerzen, da diese Lieder die Essenz der vorgetragenen Musik in jeder einzelnen Sekunde verkörpern.

Bis zum grandiosen Finale „Breath“ ist das Ausmachen eines Favoriten nahezu unmöglich. Mit unantastbarem Gespür führt Project Mama Earth von Beginn an durch mitreißende Nummern, die Lebensfreude bis in die Spitzen ausstrahlen. Aufbegehrend im Opener und Titeltrack, mit stampfendem Soul in „Waterfall“ und verführerisch entspannt in „Entanglement“ ist „Mama Earth“ ein Zeugnis von starker Pop-Musik, die genau richtig instrumentalisiert wurde. Stil und Form finden nahezu perfekt zueinander und frischen auch konventionelle Strukturen gekonnt auf. In Kombination mit den Interluden entsteht ein astreiner Flow, den andere Künstler vergebens suchen, ohne dabei gekünstelt zu wirken.

Mit der alles überragenden Hymne „Breath“ haut das Quintett zum Abschluss einen waschechten Hit raus, der untermauert, wie gut das Gespür der Band ist. In den Händen vieler anderer Musiker hätte „Breathe“ zu einem Klischee verkommen können. Project Mama Earth hingegen hauchen „Breathe“ Leben ein und entführen uns in Klangsphären, die zeigen, dass World Music alles andere als trocken oder speziell sein muss. „Mama Earth“ ist eine Erinnerung daran, dass jeder Stil zurück zu seinen Wurzeln findet oder sich auf flüssige Weise mit neuen Stilrichtungen fusionieren lässt. Das Album ist ein Sinnbild für gelungene Zusammenarbeit und demokratische Entscheidungen, die das Beste aus einem geschlossenen Ganzen zutage fördern. Die Leichtigkeit dieses Projekts allein ist die Aufmerksamkeit möglichst vieler Hörer wert.

Anspieltipps:

  • Breathe
  • Mama Earth
  • Waterfall

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