The Weight - The Weight - Cover
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The Weight The Weight


  • Label: Heavy Rhythm & Roll Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ist Österreich das Geburtsland der Rockmusik? The Weight versuchen zumindest diesen Anschein zu erwecken.

Echter Rock ist handgemacht. Blut, Schweiß und Kreativität fließen zusammen mit allerhand Getränken bis knackige Gitarren einen Sound für echte Teufelskerle und -damen anführen. Das österreichische Quartett The Weight entschied sich deshalb ihr selbst betiteltes Album ohne die Fesseln einer Plattenfirma aufzunehmen. In Eigenregie und mit guten Kontakten schufen sie mit der Hilfe von bekannten Produzenten ein Album, das komplett den Geist der Band wiedergibt. Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Tatsächlich ist inmitten dieser authentischen Rockparty ein großes Haar in der Suppe zu finden. Die angehimmelte Rockmusik der 60er und 70er kennen die begeisterten Männer in und auswendig. In gut 50 Minuten zeigt sich jedoch auch, dass die Vier dem Genre nichts hinzuzufügen haben.

Positiv ist festzuhalten, dass das Fundament der Band steht. The Weight verlieben sich zwar ab und an zu sehr in ihre Melodien und spielen sie weit über ihre Halbwertzeit hinaus (z.B. in „A Good Thing“), aber die Grundmelodien sind durchgehend solide. Wer sich zurück in eine Zeit sehnt, die Blues, Hardrock und Krautrock als vorherrschende Beschreibungen anführte, der findet in The Weight gleichgesinnte Geister. Das solide Einfangen des Zeitgeists allein reicht allerdings nicht, um mitreißende Musik zu schreiben. Die Band lädt in „Inside“ und „Money Ain’t For Keeping“ durchaus zum Mitnicken ein, aber mitsingen bleibt die Ausnahme. Dafür fehlt der Musik die eigene Note, die sie von bestehenden Vorbildern abgrenzt.

Spätestens mit dem knapp neunminütigen Psychedelic-Kraut-Brocken „Hammer, Cross & Nail“ fühlt sich das Album an, als arbeitete die Band eine Strichliste ab. Die geliebten Einflüsse müssen allesamt vertreten sein, auch wenn es nicht zum Geist des Albums passt. Das letzte Drittel birgt wahllos erscheinende Genre-Wechsel, die dem Album Luft aus den Segeln nehmen. Bereits nach zwei, drei Songs zweifelt niemand mehr an den handwerklichen Fähigkeiten von The Weight. Die entscheidende Frage ist, wie der eigene Stempel der Band aussieht. Diese Frage bleibt bis zum Abschluss dieses fein säuberlich und handwerklich einwandfrei produzierten Albums bestehen. The Weight drohen nicht mehr als eine Tribute Band zu sein, von welcher Hörer zu jedem Zeitpunkt ein paar Cover-Versionen erwarten. Vielleicht ist „The Weight“, das Album, aber auch nur ein erster Schritt, ein Sammeln von Kräften, das den ersten Schritt einer gefestigten Entwicklung darstellt. Zu wünschen ist dies dieser Band, die mit solcher Hingabe den eigenen Träumen hinterherjagt, auf jeden Fall.

Anspieltipps:

  • Inside
  • Money Ain’t For Keeping
  • Hard Way

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