Fettes Brot - Gebäck In The Days: Live In Hamburg - Cover
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Fettes Brot Gebäck In The Days: Live In Hamburg


  • Label: Fettes Brot Schallplatten/Groove Attack
  • Laufzeit: 75 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Um ein bisschen im lukrativen Weihnachtsgeschäft mitzumischen, legen Fettes Brot einen Live-Mitschnitt aus dem Vorjahr auf CD und DVD vor.

Im Oktober 2016 spielten Fettes Brot an drei Abenden im Hamburger Mehr! Theater am Großmarkt, um sich zusammen mit allerhand Gästen ihren musikalischen Frühgeburten aus den Jahren 1992 bis 2000 zu widmen. Dabei handelt es sich um die legendäre 1994er „Mitschnacker“-EP sowie um die Alben „Auf einem Auge blöd“ (04/1995), „Außen Top Hits, innen Geschmack“ (09/1996) und „Fettes Brot lässt grüßen“ (10/1998), die im Laufe des Jahres 2016 in inhaltlich stark aufgebretzelter Form noch einmal auf den Markt geworfen wurden. Die Essenz dieser frühen Werke und der drei rückwärtsgewandten Konzerte findet sich nun auf „Gebäck In The Days: Liebe in Hamburg“ auf CD und DVD wieder.

Mit „Gebäck In The Days“ reisen Fettes Brot zurück in eine Zeit, als das Trio noch für HipHop und Rap stand und nicht für poppige Radiohits der Marke „Emanuela“ oder auch „Schwule Mädchen“. Für die meisten Fans der ersten Stunde ist das vorliegende Live-Gebinde deshalb ein Déjà-vu der besonderen Art, auch wenn die drei Auftritte in Hamburg auf lediglich 75 Minuten Spielzeit eingedampft wurden. Als Entschuldigung für das grottige „Teenager vom Mars“-Album (2015) nehmen wir diese Songsammlung dennoch gerne hin, wobei sich das Cover spät im Jahr noch um den ersten Platz des schlimmsten Covers des Jahres 2017 bewirbt und sehr gute Chancen auf den Sieg hat.

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Was Dokter Renz, König Boris und Björn Beton auf „Gebäck In The Days“ aus der Schublade geholt haben, dürfte auf die Rap-Kids der heutigen Generation wie ein Anachronismus wirken. Die Beats sind flauschig und die Texte stets aus der „Reim dich oder ich fress dich“-Abteilung. Dabei überbieten sich die Pinneberger mit Albernheiten und Wortkreationen, während sie zwischen 80er-Jahre-US-Old-School-Raps und einem an Die Fantastischen Vier gemahnenden Style changieren („Frikadelle am Ohr“).

Mit Songs zwischen Jungendsünden („Schlecht“) und Kult-Hits („Jein“) feierten Fettes Brot zusammen mit Sven Regener (Element Of Crime), Boy, Fatoni, DJ Rabauke, DJ exel. Pauly sowie Tobi Tobsen und Das Bo (Fünf Sterne Deluxe) eine rauschende Party, die selbst in der komprimiert vorliegenden Form Spaß macht – vorausgesetzt, der Hörer bringt die notwendige Bereitschaft mit, den Brote-Humor zu akzeptieren.

Anspieltipps:

  • Jein
  • Meh‘ Bier
  • Hallo Hip Hop
  • Frikadelle am Ohr
  • Nordisch by Nature
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