Linkin Park - One More Light: Live - Cover
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Linkin Park One More Light: Live


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 68 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

I tried so hard and got so far. But in the end, it doesn't even matter. I had to fall to lose it all. But in the end, it doesn't even matter.

Am 20. Juli 2017 nahm sich Linkin-Park-Frontmann Chester Bennington im Alter von nur 41 Jahren das Leben. Bennington litt seit Jahren unter Depressionen und hatte schon weitere Versuche hinter sich, sein Leben zu beenden. Trotzdem rief die Meldung von Benningtons Tod natürlich große Bestürzung hervor. Fans und Kollegen auf der ganzen Welt trauerten um den Sänger, der in seinen Texten häufig die vielen dunklen Seiten seines Lebens verarbeitete. Es war ein Versuch, mit seinen Depressionen besser umzugehen. Doch am Ende war die Krankheit stärker.

Zusammen mit Chester Bennington ergibt sich auch in diesem Jahr wieder eine lange Liste mit verstorbenen Musikern. Zu den bekanntesten Namen zählen Al Jarreau, Chuck Berry, Chris Cornell, Gregg Allman, Gunter Gabriel, Glen Campbell, Charles Bradley, Tom Petty, Fats Domino, Malcolm Young (AC/DC) und David Cassidy. All diese Künstler sind 2017 von uns gegangen. Doch ihre Musik lebt in uns weiter, auch weil umtriebige Plattenfirmen dafür sorgen und das Geschäft mit dem Tod aus dem Effeff beherrschen.

Damit wären wir mit „One More Light: Live“ bei so einer obligatorischen Veröffentlichung. Diese dokumentiert die Sommertournee zum leider sehr missratenem „One More Light“-Album (05/2017) und besteht zur Hälfte aus Songs des besagten Longplayers, mit dem sich Linkin Park stilistisch komplett von ihren Wurzeln entfernt haben. Wer mit dem „One More Light“-Album also nichts anfangen konnte, wird auch mit dem Live-Ableger nicht warm werden, auch wenn dieser um ein paar der bekannten Hits erweitert wurde.

Mike Shinoda, Brad Delson, David Farrell, Rob Bourdon und Joe Hahn wollen Chester Bennington mit dieser Live-Scheibe die letzte Ehre erweisen und widerspiegeln, dass die vergangene Tour die wohl bester in Linkin-Park-Ära war. Das muss der geneigte Hörer respektieren. Im Gegenzug erhält er ein Live-Album, das die Performance von Chester Bennington in den Fokus rückt und die Songs nicht so hochglanzpoliert und geleckt klingen lässt wie in den Studioversionen.

Der Sound ist dabei allenfalls durchschnittlich, das Publikum in der Abmischung nur sehr zurückhaltend bedacht und wer die schneidenden Gitarren der einstigen Nu-Metal-Band sucht, wird ebenfalls nicht fündig. Und dennoch: Wie Chester Bennington Songs wie „Crawling“ oder auch „Leave out all the rest“ auf dieser Tour performt hat, lässt einen in der Nachbetrachtung und mit dem Wissen von heute kalte Schauer über den Rücken laufen.

Anspieltipps:

  • Invisible
  • Crawling
  • In the end
  • Bleed it out
  • One more light
  • Leave out all the rest
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