Someday Jacob - Everybody Knows Something Good - Cover
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Someday Jacob Everybody Knows Something Good


  • Label: Haldern Pop Recordings
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
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Someday Jacob leben von einprägsamen Nummern, die sich langsam und nachhaltig im Kopf festsetzen. Auf „Everybody Knows Something Good“ finden sich nicht genug Lieder von dieser Sorte.

2017 hat in wenigen Belangen Anlass gegeben, um als gelungenes Jahr in die Geschichte einzugehen. Politisch und gesellschaftlich scheint überall Einigkeit auszubleiben. Überall spalten sich Menschen voneinander ab und wer nicht für einen ist, der ist automatisch dagegen. Aber auch wenn die allgemeine Weltlage angespannt erscheint und präsentiert wird, schmälert das nicht das Glück des Einzelnen. Eltern werden, Abschlüsse feiern, die große Liebe finden und unvergessliche Erlebnisse ereignen sich jeden Tag. Die Hoffnung besteht weiterhin, dass jedem ab und an Glück widerfährt. Frei nach dieser Devise bieten Someday Jacob mit „Everybody Knows Something Good“ einen naiv positivistischen Soundtrack für alle Hoffnungsträger, die sich nicht unterkriegen lassen. Mit dekorierter Hilfe aus Übersee versucht das deutsche Quartett erneut zu zeigen, dass deutsche Bands international ansprechend klingen.

Wer das Vorgängeralbum „It Might Take A While“ kennt, erlebt in „Everybody Knows Something Good“ eine konsequente Fortsetzung. Wie die frühen Coldplay versuchen Someday Jacob nicht Radiohits aneinanderzureihen, sondern schreiben einfache Lieder, die berühren sollen. Singalongs nennen wir diese Sorte von Liedern gemeinhin und dementsprechend geschwind geht die Musik der Band ins Blut über. Zum Auftakt funktioniert das aus zwei Gründen exzellent. Zum einen klingen Melodien à la Death Cab For Cutie („Leaving New York“ und „Slow Down“) durch. Die fehlende Eindringlichkeit und Verletzlichkeit wird durch Ryan Hewitts glasklare Produktion weitestgehend wettgemacht. Auch wenn der Verdacht aufkommt, dass Hewitt die Streicher des letzten Damien Rice-Albums von Lehrmeister Rick Rubin für „Hide Within You“ recycelt hat.

Mit „Hide Within You“ schließt sich das runde Bild des Albums frühzeitig und lässt zu früh Leere einkehren. „Your Medicine“ und der Titeltrack schlagen in die Kerbe von „Hands Of Love“ und „Slow Down“ und erzeugen wenig Euphorie. Mit minimalistischem Klang in „Man Without A Cause“ und R.E.M.-Feeling in „Can You Feel Me“ frischen sich Someday Jacob auf, bevor sie sich erneut selbst zitieren. „Sorrow And A Song“ wiederholt „Man Without A Cause“ nahezu bis ins Mark bevor „Better Than This“ zurück zu „Hands Of Love“ kehrt. Da hilft alle Aufmunterung nicht, um die über die zweidimensionalen Melodien hinwegzutäuschen. Dafür bedürfte es emotionaler Tiefe, die allein „Me And You (Ruth’s Song)“ noch erreicht.

Der vielversprechende Auftakt von „Everybody Knows Something Good“ hält nicht an. Die Band darf deswegen hoffen, dass ihrem Albumtitel getreu Hörer die guten Momente in Erinnerung behalten. Das Potenzial für aufmunternden Zeitvertreib fördert die Band zutage, aber im Gegensatz zum Vorgängeralbum werden diesmal nur wenige Songs eine längere Zeit überdauern.

Anspieltipps:

  • Slow Down
  • Hide Within You
  • Can You Feel Me

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