Die Fantastischen Vier - Captain Fantastic - Cover
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Die Fantastischen Vier Captain Fantastic


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 54 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

HipHop ist mehr als Pimmel und Image. Aber bitte sprechen Sie die Künstler bei der Arbeit nicht an!

3½ Jahre nach „Rekord“ (10/2014), dem fünften Nummer-1-Album der Fantastischen Vier, melden sich Michi Beck, Thomas D, And.Ypsilon und Smudo mit ihrem neuen, seit einem guten halben Jahr namentlich angekündigten, aber in Bezug auf den Titel lange nicht erklärtem Machwerk „Captain Fantastic“ zurück. Doch nun ist es endlich an der Zeit, dass die Schwaben die Katze aus dem Sack lassen und ihre Hörer nicht dumm sterben lassen und berichten: „Captain Fantastic“ bezeichnet das Medium, den Äther, in dem der Kosmos der Band Die Fantastischen Vier stattfindet. Es ist die Antwort auf die Frage: Was zeichnet Die Fantastischen Vier aus? Was macht sie besonders? Die Antwort: der Geist des „Captain Fantastic“. Er macht die Band einzigartig. Er ist die gute Macht, eine positive Kraft, die hinter allem steckt.

„Captain Fantastic“ bezeichnet also im Grunde das seit mehr als 25 Jahren gültige, musikalische Alleinstellungsmerkmal der Stuttgarter HipHopper, das mit dem üblichen Gebaren im Deutsch-Rap noch nie etwas zu tun hatte. Trotzdem hat das Quartett für seinen neuen Longplayer ein paar Dinge geändert und zum Beispiel textliche Hilfe bei den Kollegen Curse, Samy Deluxe, Damion Davis, Denyo (Beginner) und Sera Finale eingeholt und die Produktion von DJ Thomilla, Enik, Digitalism sowie Hitnapperz mit Features von Flo Mega, Tom Gaebel, Clueso und Damion Davis aufpeppen lassen. Die eigene Kultur wird dadurch dennoch nicht verleugnet.

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Und so klingt „Captain Fantastic“ bis auf ganz wenige Ausnahmen wie ein typisches Fanta-4-Album, mit all seinen Wortkreationen, Reim-Pingpong-Spielen und Melodien. Dabei steht immer wieder die Rückschau in die eigene Geschichte sowie eine gehörige Portion Selbstreflektion im Mittelpunkt, was im Song „Hitisn“ mit seiner penetranten Selbstbeweihräucherung fast schon peinliche Formen annimmt, wobei ausgerechnet die in „Hitisn“ besungenen Chartbreaker auf „Captain Fantastic“ eher rar gesät sind.

Am Ende steht das inzwischen zehnte Studioalbum der Fantastischen Vier für Routine, eine satte Produktion und allenfalls solide Songs, die hier und da versuchen etwas politischer und damit erwachsener zu sein, was der Band für die Zukunft durchaus stehen könnte. Denn irgendwann ist jeder, auch die Fantas, zu alt für Albernheiten und eine Neuausrichtung wird fällig, für die „Captain Fantastic“ ganz klar nicht steht.

Anspieltipps:

  • Hot
  • Tunnel
  • Weitermachen
  • Das ist mein Ding
  • Endzeitstimmung
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