Rolo Tomassi - Time Will Die And Love Will Bury It - Cover
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Rolo Tomassi Time Will Die And Love Will Bury It


  • Label: Holy Roar Records
  • Laufzeit: 53 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Teenage Angst geht wieder um und gibt sich dabei gewohnt wild und uneben.

Rolo Tomassi sind die düsteren Cousinen und Cousins von Paramore, die lieber Bullet For My Valentine hörten, als Jimmy Eat World noch Chartstürmer waren. Mit diesem Einstieg voller Querverweise ist die Grundstimmung einer Platte voller Teenage Angst zufriedenstellend dargelegt. Ob sie ihre Gefühle sphärisch treiben lassen, herausbrüllen oder sehnsüchtig schmachtend äußern sollen, weiß die Band dabei selbst lange Zeit nicht, was „Time Will Die And Love Will Bury It“ zu einem sehr verwirrenden Album macht.

Nach einem knapp vierminütigen Opener, der aus synthetischen Klängen besteht, die zum Meditieren einladen, trauen sich Rolo Tomassi langsam aus ihrer Schale. „Aftermath“ ist eine frühe Paramore-Nummer, die durch erstaunlich raue, aber sehr melodiöse Arrangements beeindruckt. Kaum wähnen sich Hörer auf einer Power-Pop-Platte, tritt „Rituals“ die Tür mit Shouting und Metalcore ein. Und falls jemand zu diesem Zeitpunkt noch hofft, dass die Band sich auf einen Stil einigt, hört in „The Hollow Hour“ wie alle drei Ansätze des Auftakts in einen Song gezwängt werden. Das ist anspruchsvoll geraten und passt nach holprigem Start durchaus zusammen.

Leider weiß die Band ihre zwei Gesichter nicht durchgehend zu vereinen. „Balancing The Dark“ verliert sich wieder komplett in Metalcore und die weichen Einsätze in „Alma Mater“ hätte die sich sparen können. „A Flood Of LIght“ ist nahezu eine Kopie des vorangehenden Liedes. Der weiche Gesang wird von den kraftvollen Arrangements erdrückt, statt Untermalung zu erfahren. So verkommt das neue Album von Rolo Tomassi zu einem Kraftakt, der sich zwar Pausen zwischen explosionsartigen Teilen nimmt, diese aber nicht mit Substanz zu füttern weiß. Viel zu selten lässt die Band sich Zeit von einer Stimmung in die nächste zu gleiten. Das Album klingt trotz Potenzial an vielen Stellen erzwungen und bei aller Energie und Emotionalität verpufft die Wirkung, sodass der Aufwand umsonst erscheint.

Anspieltipps:

  • The Hollow Hour
  • Aftermath
  • Rituals

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