Saxon - Thunderbolt - Cover
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Saxon Thunderbolt


  • Label: Silver Lining/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein typisches Saxon-Album, nur eine ganze Ecke langweiliger als sonst.

Die Urgesteine des Britischen Heavy Metal sind nicht totzukriegen. Etwas mehr als zwei Jahre nach dem soliden „Battering Ram“ folgt dieser Tage mit „Thunderbolt“ ihr mittlerweile 22. Studioalbum. Produziert wurde das Ganze erneut von Andy Sneap, komponiert hat die Band erneut gemeinsam im Quintett, womit erstmal alles beim Alten bleibt.

„Thunderbolt“ beginnt Saxon-typisch. Donnerndes Schlagzeug, NWOBHM-Riff und Biff Byfords markante Stimme. Das tönt recht solide, bis der Refrain einsetzt. Eine komplette Nullnummer mit einem seltsam anmutenden hohen Chor. Die ganze auf modern getrimmte Produktion lässt die Band darüber hinaus ausgesprochen klinisch klingen. Dieses Problem wird auf „The Secret Of Flight“ durch den Einsatz von Keyboard-Chören noch verstärkt und schwächt den stärksten Song des Albums unnötigerweise. Hier gelingt nämlich der Band der Spagat zwischen flotter Strophe mit Judas Priest-Riff und einem gediegenen Refrain, die Gesangsmelodie klingt auch endlich mal nicht wie schon tausend mal gehört.

Solche Déjà-vus oder besser déjà-écoutés hat man dann leider über die ganze restliche Platte. „Nosferatu (The Vampire’s Waltz)“ bedient sich einem Standardriff und wird obendrein mit erneuten Keyboard(-Chören) vollgekleistert, „Sons Of Odin“ bedient sich latent an Black Sabbaths „Heaven And Hell“, „Sniper“ wartet mit modernem Riff auf, ist aber auch nicht mehr als ein Standard-Metal-Song, den man so oder ähnlich auf gefühlt jeder zweiten Heavy-Metal-Platte hört. Gleiches gilt für die meisten Songs. Selbst „They Played Rock’n’Roll“, als Lemmy-Hommage angekündigt, das zwar ein Motörhead-Riff mit Saxon-Trademarks vermischt, lässt nicht wirklich aufhorchen.

Saxon scheinen ihr Pulver, für den Moment, verschossen zu haben. Man kann „Thunderbolt“ solide bezeichnen, dem ein oder anderen Fan wird es mit Sicherheit auch gefallen, andererseits sind auch Adjektive wie langweilig, vorhersehbar oder austauschbar durchaus angebracht. Schuster bleib‘ bei deinen Leisten, heißt es, aber Saxon hätten sich ruhig etwas mehr trauen dürfen. Dass sie es können, haben sie in der jüngeren Vergangenheit immer wieder gezeigt.

Anspieltipps:

  • The Secret Of Flight

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