Audrey Horne - Blackout - Cover
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Audrey Horne Blackout


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Direkt zu Jahresbeginn liefern Audrey Horne ein Highlight.

Benannt nach einer Figur aus der US-amerikanischen Kultserie Twin Peaks, haben sich die 2002 gegründeten Audrey Horne in der Hardrock-Szene einen veritablen Ruf erspielt, regelmäßige Höchstbewertungen ihrer Alben in der Fachpresse inklusive. Der ganz große Wurf, zumindest in kommerzieller Hinsicht, ist dem Quintett aus Norwegen allerdings noch nicht gelungen. Was aber in einer Zeit in der Rockmusik nicht die größte Geige spielt, nicht verwunderlich ist. Mit „Blackout“ erscheint nun direkt zu Jahresbeginn das sechste Album der Band.

Der Opener „This Is War“ macht dann klar, wohin die Reise geht. Thin Lizzy-Twin Leads, die nach angezogenem Tempo an Iron Maiden erinnern, dazu eine leichte Melancholie von ersterer Band und den rollenden Bass von letzterer. Der Song besticht weiter durch das starke Songwriting in Strophe und Pre-Chorus, nur um dann im Refrain mit einer austauschbaren, fast schwachen Hook und Reimen wie „fire“ und „higher“ aufzuwarten. Diese leichte Enttäuschung wird dann aber durch die ruhige, spannungsgeladene Bridge entschädigt, welche die Band gekonnt ins Gitarrensolo manövriert, um dann Schlussendlich zu explodieren. Als wäre es nicht genug gibt es zum Schluss noch ein Schlussriffing, das andere Bands eher für einen neuen Song verwendet hätten.

„Audrevolution“ ist dann ein straighter Rocker, der Partystimmung aufkommen lässt und durch Punkrock-Riffing und großen Refrain an Danko Jones erinnert, wohingegen im Titelsong erneut Thin Lizzy Pate stehen. Das perfekt inszenierte Gitarrengewitter von den Gitarristen Arve Isdal und Thomas Tofthagen lässt die beiden als uneheliche Söhne der Lizzy-Gitarristen Gorham und Robertson erscheinen. „This One“ ist eine Semiballade, die leicht bluesige Töne zulässt, dem Eröffnungstriple aber in nichts nachsteht. Die höheren „Uhhh uhhh uhhh“-Backgroundchöre sind vielleicht gewöhnungsbedürftig für die Hardrockfraktion, doch sie fügen sich bestens ein und zeigen, dass die Band das macht, was sie für richtig hält.

Auf diesem Niveau geht es weiter: „Midnight Man“ ist ein straighter Hardrocker mit erneuter Punkrock-Schlagseite, beim flotten „Light Your Way“ lassen UFO bzw. Michael Schenker grüßen, das starke „California“ erinnert durch die doppelläufigen Gitarren natürlich wieder unweigerlich an Thin Lizzy, kann aber auch mit einer Gesangsmelodie aufwarten, die sich auch in einem Noel Gallagher-Song gut machen würde. Poppig könnte man auch das tanzbare „Satellite“ bezeichnen, das zwar etwas aus dem Rahmen fällt, mit seinem bestechenden Groove aber auch einfach Spaß macht.

Etwas mehr als drei Jahre haben sich Audrey Horne für ihr neues Album Zeit gelassen und diese Zeit haben sie genutzt. Auf „Blackout“ lässt sich kein Ausfall ausmachen, höchstens ein, zwei Songs die nicht ganz so zwingend erscheinen oder einzelne Parts, die etwas abfallen. Dazu ist die Platte abwechslungsreich und liefert alles was man sich als Hardrock-Fan wünschen kann. Es gibt also doch noch Hoffnung für die Rockmusik.

Anspieltipps:

  • This Is War
  • Blackout
  • This One
  • Light Your Way
  • California

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