Beth Hart & Joe Bonamassa - Black Coffee - Cover
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Beth Hart & Joe Bonamassa Black Coffee


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
9.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Hätte sich Beth Hart im ersten Drittel etwas zügeln können, wäre „Black Coffee“ ein starkes Album geworden.

Mit der früheren Star-Search-Gewinnerin Beth Hart und dem Star am Gitarristenhimmel Joe Bonamassa fanden sich vor einigen Jahren zwei Künstler zusammen, die man in dieser Konstellation vielleicht eher nicht erwartet hätte. Hart hatte jedoch schon immer ein Herz für die härteren Töne auf der einen, die souligen wiederum auf der anderen Seite und so wurde das erste gemeinsame Album der beiden, „Don’t Explain“, folgerichtig ein Erfolg. Auch die folgenden Veröffentlichungen „Seesaw und das Live-Album „Live In Amsterdam“ konnten höhere Chartregionen erreichen. Nun folgt nach fünf Jahren mit „Black Coffee“ ein neues Studiowerk der Amerikaner.

Wie schon auf den Vorgängern bedienen sich Hart und Bonamassa an einer Reihe Soul- und Bluesklassiker, oder solcher, die es durch ihre Bearbeitung werden sollen. Den Anfang macht hierbei mit Edgar Winters „Give It Everything You Got“ eine rockige Soul-Funk-Nummer, die eigentlich ganz gut ins Ohr geht. Allerdings zieht Beth Hart im Opener dermaßen vom Leder, dass es fast schon nervig ist. Von der kratzigen Rockröhre, über ziegenhaftes Vibratogemecker bis hin zu aus den innersten Tiefen emporgeholtes Gegrunze, versucht die Kalifornierin alles in die Waagschale zu werfen und man möchte ihr ans Herz legen, dass manchmal weniger mehr ist. Auch in den folgenden „Damn Your Eyes“ und dem Rival Sons-Song „Black Coffee“ setzt die 46-jährige ihre Stimme und vor allem ihr Vibrato nicht gerade subtil ein.

Erst bei der jazzigen Ella Fitzgerald-Nummer „Lullaby Of The Leaves“ nimmt sich die Sängerin etwas zurück und siehe da, es entsteht ein Song, der in seiner Intensität an einen ruhigeren James Bond-Soundtrack erinnert. Nach der Hälfte darf dann Bonamassa glänzen und verliert sich glücklicherweise nicht in Hochgeschwindigkeitseskapaden, auch wenn es mitunter schnell zur Sache geht. Vielmehr soliert er gefühlvoll, authentisch und songdienlich. „Why Don’t You Do Right“ liefert leichten Swing Jazz direkt aus New Orleans und bringt Harts Stimme erneut perfekt zur Geltung, der flottere Soulklassiker „Saved“ gerät dagegen beinahe schwachbrüstig. „Soul On Fire“ zeigt erneut, dass sich Hart sehr wohl im Soul zurechtfindet. Ihre Stimme und Joe Bonamassa Gitarrenarbeit ergänzen sich bestens.

„Black Coffee“ ist ein musikalisch einwandfreies Album mit Instrumentalisten die ihr Handwerk beherrschen und Beth Hart, deren Sangesqualität eigentlich außer Frage steht. Allerdings wird man das Gefühl nicht los, als wollte sie im ersten Drittel des Albums unbedingt beweisen, wie unglaublich gut und vielseitig sie ist, was den Hörgenuss deutlich mindert. Ein bisschen Zügelung seitens des Produzenten Kevin Shirley wäre vielleicht angebracht gewesen. Solide ist „Black Coffee“ allemal, dem einen oder anderen werden wahrscheinlich auch genau diese Gesangseskapaden zusagen.

Anspieltipps:

  • Lullaby Of The Leaves
  • Why Don’t You Do Right
  • Sitting On Top Of The World
  • Soul On Fire

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