N.E.R.D. - No One Ever Really Dies - Cover
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N.E.R.D. No One Ever Really Dies


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Sieben Jahre nach „Nothing“ wollen es N.E.R.D. überraschend noch einmal wissen.

Der geneigte HipHop-Hörer konnte für das Musikjahr 2017 mit vielen Dingen rechnen, aber nicht unbedingt damit, dass Pharrell Williams (44) Chad Hugo (43) und Shay Haley (45) alias N.E.R.D. kurz vor Jahresfrist noch den Nachfolger des sieben Jahre alten „Nothing“-Longplayers (10/2010) auf den Markt bringen würden. Doch als im Laufe des Novembers sukzessive die Tracklist, das Cover-Artwork und mit „Lemon“ sowie „1000“ die ersten Singleauskopplungen veröffentlicht wurden, war klar, dass sich N.E.R.D. für eine Rückkehr gerüstet hatten und am 15. Dezember 2017 gemeinsam mit den zeitgleich veröffentlichenden G-Eazy und Eminem um den ersten Platz der US-HipHop-Charts buhlen würden.

Doch was haben N.E.R.D. anno 2017 noch zu bieten? Antwort: Gleich zu Beginn eine Überraschung, wenn Popstar Rihanna im pumpenden Groove-Monster „Lemon“ einen gekonnten Rap hinlegt und den Song-Reigen eröffnet, an dem u.a. Gucci Mane, Future, Kendrick Lamar, André 3000, M.I.A., Ed Sheeran, Wale, Thundercat, A$AP Rocky, Mary J. Blige und Cara Delevigne als Gäste beteiligt sind. Chef im Ring ist aber ganz klar Pharrell Williams, der seinen betont poppingen Songwriting-Stil in Tracks wie „Deep down body thurst“ oder auch „Don’t don’t do it!“ immer wieder durchdrückt.

Die klassischen HipHop-Pfade haben N.E.R.D. allerdings nicht erst auf „No One Really Ever Dies“ verlassen. Pharrell war schon immer der Verwalter eines musikalischen Gemischtwarenladens, in dem er die Bauteile seiner Songs zusammensucht. In welchem Genre diese letztendlich landen, weiß der 44-Jährige vermutlich selbst nicht. Aber es scheint ihm noch immer einen riesigen Spaß zubereiten, wie ein kleines Kind im Spielzeugenladen herumzustöbern und fast schon naiv Songs zu basteln, die in alle möglichen Richtungen ausstrahlen.

Dass dabei nicht immer Knaller wie „Get lucky“ oder „Happy“ herauskommen, liegt in der Natur der Dinge. Denn jeder Lauf geht einmal zu Ende. Und so servieren N.E.R.D. dem Hörer eine äußerst durchwachsene Song-Mischung, in der sich HipHop-Blaster („1000“), Dancehall-Geklöppel („Lifting you“) und rhythmische Achterbahnfahrten („Rollinem 7’s“, „Secret life of tigers“) wiederfinden, an die sich später niemand mehr erinnern wird. So schlecht wie Eminems parallel veröffentlichtes „Revival“ ist „No One Really Ever Dies“ allerdings dann doch nicht.

Anspieltipps:

  • 1000
  • ESP
  • Lifting you
  • Secret life of tigers
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