Jimi Hendrix - Both Sides Of The Sky - Cover
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Jimi Hendrix Both Sides Of The Sky


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 65 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

13 Studioaufnahmen aus dem Zeitraum Januar 1968 bis Februar 1970, von denen immerhin zehn bisher unveröffentlicht sein sollen.

„Neues“ aus dem Hause Jimi Hendrix! Schon wieder. Gibt’s doch gar nicht. Doch! Bei, äh, Sony Music. Der Major sowie die Experience Hendrix L.L.C., die sich um den Nachlass des Gitarrengottes kümmert, präsentieren mit „Both Sides Of The Sky“ ein weiteres Album mit Archivmaterial. Dieses Spielchen geht nun schon seit acht Jahren so und wird vermutlich bis zum 50. Todestag von Jimi Hendrix im Jahr 2020 so weitergehen. Genug Material scheint ja da zu sein.

13 Studioaufnahmen aus dem Zeitraum Januar 1968 bis Februar 1970, von denen immerhin zehn bisher unveröffentlicht sein sollen, haben es auf „Both Sides Of The Sky“ geschafft, das vollmundig als „neues Jimi-Hendrix-Album“ angekündigt wird. „Neu“ kann hier aber freilich nur als Synonym für eine mehr oder weniger willkürliche Songsammlung stehen, nicht aber für ein zusammenhängendes Werk, das bisher unveröffentlicht, plötzlich irgendwo aus einer Studio-Schublade gefallen ist.

So haben die Macher der Hendrix-Archiv-Reihe – Eddie Kramer, John McDermott und Janie Hendrix – allerhand Aufnahmen herausgesucht, die in ihrer Basis vom Trio Jimi Hendrix (Gesang, Gitarre), Billy Cox (Bass) und Buddy Miles (Schlagzeug) alias The Band Of Gypsys eingespielt wurden. Dennoch finden sich diverse alternative Versionen, Obskuritäten und auch Raritäten für die Fans und Sammler – an die sich „Both Sides Of The Sky“ sowieso in erste Linie richtet.

Mit „$20 fine“ (Stephen Stills), „Woodstock“ (Joni Mitchell), „Mannish boy“ (Muddy Waters) und „Thing I used to be“ (Eddie Jones) befinden sich gleich vier Nicht-Hendrix-Kompositionen unter den 13 Songs, in denen Jimi Hendrix teilweise nur als Bassist fungiert, nicht aber als Sänger und Gitarrist. So hören wir in „Woodstock“ Stephen Stills als Sänger und Organist, Johnny Winter spielt in „Things I used to do“ Gitarre und Lonnie Youngblood in „Georgia Blues“ Saxofon. Dazu gesellen sich mit „Jungle“, „Sweet angel“ und „Cherokee mist“ drei reine Instrumentalstücke.

Unterm Strich ergibt dies mehr als eine Stunde Musik in akzeptabler, aber keinesfalls herausragender Tonqualität, von der die Hardcore-Gemeinde natürlich schon den einen oder anderen Song in alternativen Versionen kennen wird. Nichtsdestotrotz ist auch „Both Sides Of The Sky“ wie schon seine Vorgänger „Valleys Of Neptune“ und (2010) „People Hell And Angels“ (2013) wieder eine herrlich nostalgische Archiv-Schau, die dem Rock und Blues der ausgehenden 60er Jahre frönt und Jimi Hendrix in allen Facetten in seinem zweiten Zuhause, dem Tonstudio, zeigt.

Anspieltipps:

  • Woodstock
  • Sweet angel
  • Stepping stone
  • Things I used to do
    Hear my train o comin‘
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