Voodoo Circle - Raised On Rock  - Cover
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Voodoo Circle Raised On Rock


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 60 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf „Raised On Rock“ bedienen sich Voodoo Circle teilweise schon frech an Whitesnake.

Mit neuem Album und neuem Sänger melden sich Voodoo Circle um Alex Beyrodt (u.a. Primal Fear) zurück. Zweite große Stütze ist Bassist Mat Sinner, langjähriger Kollege Beyrodts, in den verschiedensten Kapellen. Drei Jahre nach „Whiskey Fingers“ ersetzt Herbie Langhans (Avantasia, David Readman, der sich mit seinen vielen Projekten anscheinend verkalkuliert hat. Und so viel sei verraten, was Besseres hätte der Band nicht passieren können.

Nicht dass David Readman ein schlechter Sänger sei, ganz im Gegenteil. Allerdings wird spätestens bei zweiten Song „Higher Love“ deutlich, das Herbie Langhans dem an Whitesnake geschulten und an Referenzen nicht gerade armen Hardrock, eine ganz neue und eigene Note verleihen kann. Das „Knödelige“, welches in vielen Stimmen seiner oft ähnlich klingenden Kollegen vorhanden ist, geht Langhans völlig ab. Weiter liefert seine verhältnismäßig tiefe Stimme einen guten Kontrast zum knackigen Hardrock der Band.

Diese arbeitet sich, wie schon erwähnt, erneut am Oeuvre von Whitesnake ab. Der Vorteil: diesmal erkennt man die Original-Songs durch Herbie Langhans etwas später. „Running Away From Love“ bedient sich bei „Bad Boys“, „Where Is The World We Love“ bei „Is This Love“. In „Walk On The Line“ verrät sich Beyrodt erst im Solo, dass dann doch zu nah am „Crying In The Rain“-Solo ist. Anschließend fällt der Groschen und man merkt, der ganze Song ist an diesen angelehnt. Dies sind nur einige Beispiele.

Dass es die Herren auch eigenständiger können zeigen sie allerdings auch. Das schon erwähnte „Higher Love“ mit bluesigem Riff und angedeutetem Shuffle, sowie dem Einsatz der Talkbox, erinnert zwar an frühe Gotthard besitzt aber genügend Eigenständigkeit. „You Promised Me Heaven“ überzeugt ebenso mit eigenständigem und abwechslungsreichem Riffing und kitschfreier Eingängigkeit. „Unknown Stranger“ vermischt eingängige Strophen mit harten Rainbow-Passagen, „Dreamchaser“ gerät zur Ritchie Blackmore-Hommage und das flotte „There’s More To See“ zeigt, dass sich Langhans auch in flotten, härteren Nummern gekonnt zurechtfindet.

Man mag Voodoo Circle Epigonentum vorhalten und mitunter hat man damit auch Recht. Auf „Raised On Rock“ wird teilweise ziemlich eindeutig abgekupfert, aber was will man tun in einem Genre, in dem vermeintlich alles schon mal gesagt wurde? Spaß kann man mit der Platte trotzdem haben und es gibt endlich mal wieder ein komplettes Album mit Herbie Langhans zu hören. Solide.

Anspieltipps:

  • Higher Love
  • You Promised Me Heaven
  • Unknown Stranger

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