Lokomotor - Wir Sind - Cover
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Lokomotor Wir Sind


  • Label: Motor Entertainment
  • Laufzeit: 37 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
9.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Neue Musik der Marke Silbermond und die Frage, ob wir davon nicht schon genug haben?

Der Plan ist simpel und erfolgversprechend. Laute Gitarren, epische Synthesizer und eine leicht zu merkende Botschaft: „Wir Sind Jetzt“! Das Problem: alles schon gehört. Die Texte sind in einer Weise abstrakt gehalten, dass jeder Hörer Spielraum zum Interpretieren erhält. Feste Aussagen und ein klares Gesicht bleiben dadurch aus. Dass der stampfende Pop-Rock der Band ebenfalls nur wenige Haltepunkte bietet, flutscht die Musik auf „Wir Sind“ flüssig, aber ohne Eindruck zu hinterlassen aus den Boxen.

Wenn Sängerin Rebekka Knoblich ihrer Stimme wie in „Hallo Leben“ Raum gibt, zeigt sich die Anziehungskraft der Band, die ohne Zweifel an Silbermond erinnert. Die groß angelegten Rock-Nummern gleichen durchaus an den Versuch der Silbermond-Stadionmusik. Die Melodien auf „Wir Sind“ sind für diesen zweidimensionalen Ansatz ähnlich dem anscheinenden Vorbild nicht stark genug. Die Zutaten für große Hallen finden sich in jedem Titel, doch in Erinnerung bleiben „Menetekel“ und Konsorten nicht.

Zwischen Piano-Powerballaden („Wann Fängt Denn Der Morgen An“) und Christina Stürmer-Gedächtnis-Ware („Lass Mich Endlich Los“) zeigt das Quintett kaum Eigenständiges. Erst wenn die Erwartungen nicht mehr vorhanden sind, trauen sich Lokomotor an rhythmisch anspruchsvollere Stücke. „Komm Wir Starten Ein Feuerwerk“ beschwört Postrock mit clever eingesetzten Holzblasinstrumenten und stolpert nur beim braven Refrain. Das größte Hindernis ist bei diesen Nummern Rebekkas sauberer Gesang, der insbesondere „Herein“ keine Kanten verleiht. Wie im Closer tobt die Band sich in „Herein“ ohne großen Erfolg an den Instrumenten aus, weil die Sängerin allein sanfte Töne beizusteuern vermag.

In der seichten Pop-Rock-Ecke ist die Hoffnung für Lokomotor vorhanden, dass sie Silbermond ablösen. Die Frage ist jedoch, ob die Band überhaupt danach strebt. Der Wille zu lautem Rockgetöse ist an jeder Ecke zu spüren, aber ob dieser Ansatz mit den Talenten der Frontfrau zu vereinen ist, ist die entscheidende Frage. Handwerklich bringen Lokomotor als Szene-Neuling viel für Mainstream-Erfolg mit. Das schwierige Album Nummer zwei wird aber erst Aufschluss darüber geben, ob Lokomotor lieber kopieren oder kreieren.

Anspieltipps:

  • Komm Wir Starten Ein Feuerwerk
  • Hallo Leben
  • Lass Mich Endlich Los

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