Kim Wilde - Here Come The Aliens - Cover
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Kim Wilde Here Come The Aliens


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
7.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Kim Wildes neues Album ist erneut eine Rückkehr in die 80er, die außerordentlich zahm geraten ist.

Kim Wilde bleibt ein Peter Pan ihrer Zeit und weigert sich aus ihren musikalischen Schuhen herauszuwachsen. „Here Come The Aliens“ ist ein erneuter Kniefall vor den 80ern und seit der Rückkehr 2006 das wahrscheinlich handzahmste Album. Mit Titeln wie „Pop Don’t Stop“ persifliert sich Wilde unfreiwillig selbst und tappt mit inzwischen wieder überholten Pop-Kultur-Referenzen in „Kandy Krush“ in die Falle. Kim Wilde bürdet sich den unwahrscheinlich schweren Spagat auf, die 80er zu zelebrieren und gleichzeitig aktuell und relevant sein zu wollen. Des Rätsels Lösung wären qualitativ hochwertigere Songs.

Das Album schaltet nach einem augenzwinkernden Opening auf Autopilot und lässt Standard-Pop mit kräftig aufgedrehten Gitarren erklingen. Selbst dieser Modus würde genügen, wenn Kim Wilde mit Melodien à la „Kids In America“ aufwarten könnte. Erst mit „Stereo Shot“ kommt ein Song aus den Boxen, der tatsächlich im Ohr bleibt. Damit ist das Lied allein auf weiter Flur, denn auch wenn Wilde hier und da clevere Versatzstücke zu den 80ern ins Jetzt hievt, wirkt „Here Come The Aliens“ müde und schlaff. Ärgerlich sind zudem die Momente, die den Geist der 90er beschwören und wie „Solstice“ und „Addicted To You“ im Tal der Fremdscham futuristisch klingen wollen, aus heutiger Sicht aber angestaubt wirken.

Mit „Birthday“ und „Rock The Paradiso“ erleben Fans von Kim Wilde angenehmes Mittelmaß. Ein zweischneidiges Kompliment, das im Angesicht einer ansonsten leider mauen Scheibe aber zumindest Hoffnung macht. Kim Wilde war einmal Vorbild, aber spätestens im Jahr 2018 wäre ein neuer Schritt wünschenswert. Als positives und durchaus mögliches Beispiel ist Kesha (inzwischen ohne Dollarzeichen) zu nennen, die auf „Rainbow“ neue Facetten an sich erkennen ließ. Kim Wilde kann mehr sein als der 80er-Standard, doch sie steht in der Pflicht uns davon zu überzeugen. „Here Come The Aliens“ dagegen ist ein Angebot zum künstlerischen Patt, das sämtliche Erwartungen streicht.

Anspieltipps:

  • Stereo Shot
  • Rock The Paradiso
  • Birthday

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