Lisa Stansfield - Deeper - Cover
Große Ansicht

Lisa Stansfield Deeper


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 54 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
8.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Team Stansfield/Devaney/Snowboy liefert ein gediegenes Soul- und R&B-Spätwerk ab.

Zehn Jahre ließ Lisa Stansfield (51) ihre Fans warten, bis sie im Jahr 2014 mit dem Album „Seven“ ihr Comeback feierte. Damit konnte die Engländerin zwar nicht an die ganz großen kommerziellen Erfolge der 80er und 90er Jahre anknüpfen, dennoch wurde die Rückkehr der R&B- und Soul-Pop-Ikone vom Publikum sehr wohlwollend aufgenommen. Nach ihrer erfolgreichen Comeback-Tour hat sich Lisa Stansfield wieder zurückgezogen. Doch diesmal war klar, dass es weitergehen würde. Zwar dauerte es auch diesmal mehr als vier Jahre, bis nun mit „Deeper“ das achte Studioalbum der Sängerin vorliegt, aber wer seine Songs noch selbst schreibt und nicht auf eine von der Plattenfirma gestellte Songschreiber-Armada zurückgreifen kann, braucht eben seine Zeit.

Diese hat sich Lisa Stansfield zusammen mit ihrem Ehemann, Songwriting-Partner und Langezeit-Produzenten Ian Devaney (52) sowie Mark „Snowboy“ Cotgrove genommen, der auch schon „Seven“ an den Reglern betreute. Ein eingespieltes Team also, das weiß, wie eingängige Musik zu funktionieren hat, auch wenn vermutlich niemand ernsthaft einen weiteren Hit der Marke „All around the world“ oder auch „This is the right time“ erwarten wird. Manchmal reicht ja bereits eine sympathische Annäherung mit kleinen Reminiszenzen an den Sound der 80er und 90er Jahre, um die Mundwinkel anzuheben.

So klingt schon der Opener „Everything“ wie ein vergessener Song aus den Neunzigern – und irgendwie möchte man auch genau das von der 51-Jährigen hören. Vorausgesetzt, der Hörer kann mit so einem Abstecher in die Vergangenheit etwas anfangen, der sich eifrig bei Northern-, Philly- und Motown-Soul bedient. Funktionieren könnte es. Denn Amy Winehouse, Adele, Jessie Ware und Co. haben den Weg für das Pop-Publikum in diese Richtung zuletzt gut aufbereitet. Vermischt mit dem Charme von hier und da zu hörenden Selbstzitaten aus Lisas House-Vergangenheit („Never ever“), den bekannten Soul-Pop-Hymnen („Billionaire“) und angenehm kitschfreien Balladen („Coming up for air“), ergibt sich daraus ein äußerst gediegenes Spätwerk, nicht nur für Stansfield-Fans.

Anspieltipps:

  • Desire
  • Everything
  • Never ever
  • Ghetto heaven
  • Coming up for air
Neue Kritiken im Genre „R&B“
9/10

Fragen Über Fragen
  • 2017    
Diskutiere über „Lisa Stansfield“
comments powered by Disqus