Poppy Ackroyd - Resolve - Cover
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Poppy Ackroyd Resolve


  • Label: One Little Indian
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Resolve“ erweitert den Soundtrack des eigenen Lebens, um ruhige und zugleich bestimmte Klänge.

Unterhaltungsmusik ohne Gesang tut sich auf dem Markt oft schwer. Worte sind für viele Hörer der Schlüssel, um sich in Musik hineinzuversetzen und sich an sie zu erinnern. Musik wie von Poppy Ackroyd dagegen verkommt oft zu Hintergrundmusik. Auf „Resolve“ tut sie vieles dafür, um ihr vielseitiges Klavierspiel zugänglich für die Massen zu gestalten. Mit Samples, weiteren Instrumenten und einem sehr ausdrucksstarken Spiel versucht sie ihre Hörer in den Bann zu ziehen. Gelingen tut dieser Streich wie so oft aber nur, wenn die Zuhörer sich mit voller Aufmerksamkeit ihrer Musik widmen.

Im Titellied „Resolve“ schwankt Ackroyds Spiel zwischen luftiger Leichtigkeit und entschlossener Energie. Die fließenden Wechsel und teils nur aufblitzenden Momente auszumachen, ist die halbe Belohnung für Hörer des Albums. Wie viele Alben ohne Gesang lebt „Resolve“ mehr von Details als von Melodien zum Mitsummen. Die meditativ anmutenden „The Calm Before“ und „Quail“ haben es in dieser Hinsicht ausgesprochen schwer, da ihre beruhigende Art so weich ist, dass die Lieder sich eher selbst verlieren. Dazu gesellt sich „Time“, das den Fluss der Zeit gut einfängt, doch so wie wir nicht jeder Sekunde beim Vergehen Aufmerksamkeit schenken, droht uns diese Musik zu entgleiten.

Von ihrer stärksten Seite zeigt sich Ackroyds Musik, wenn der Flügel sich von Streichern und Blasinstrumenten umgarnen lässt und entweder einen intensiven Sturm heraufbeschwört („Trains“) oder zwischen Leichtigkeit und Schwere wie im Titeltrack wandelt. Knapp die Hälfte der Tracks auf „Resolve“ verschenkt dieses mitreißende Potenzial und verlässt sich darauf, dass die Hörer ihren Gedanken ohne großen Anstoß freien Lauf lassen. Das führt allerdings dazu, dass sich Hörer oftmals auf völlig andere Dinge konzentrieren und die Musik ohne Haltepunkt in den Hintergrund gerät. Auf der Habenseite stehen Lieder wie „Resolve“ und „Trains“, die auch unentschlossene Hörer überzeugen könnten. Ob die gute Hälfte eines Albums für eine Komplettbekehrung reicht, wird sich allerdings erst noch zeigen.

Anspieltipps:

  • Resolve
  • Trains
  • Paper

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