Turbonegro - Rocknroll Machine - Cover
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Turbonegro Rocknroll Machine


  • Label: Burger Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Zeit der Turbojugend ist schon lange vorbei.

Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre wurden die Norweger von Turbonegro beinahe kultisch verehrt, was unter anderem die Gründung der Turbojugend, ein Äquivalent der Kiss Army, dem fanatischen Fanclub ihrer Vorbilder Kiss, zur Folge hatte. Nach der kurzen Auflösung 2010, die zweite nach 1998, meldete sich die Band nur ein Jahr später mit dem neuen Sänger Anthony Madsen-Sylvester zurück, der Hank von Helvete ersetzte und mit dem die Band das schon durchschnittliche „Sexual Harassment“ einspielte. Sechs Jahre später folgt nun „Rocknroll Machine“, dass das letzte Album noch unterbietet.

Dabei beginnt das zehnte Album der Band nach einem Intro mit „Well Hello“ recht vielversprechend. Ein straighter, treibender Punkrocker, der gekonnt die Gehörgänge durchspült. Dann kommt mit „Rocknroll Machine“ allerdings die Ernüchterung. Die Nummer wartet mit einem uninspirierten AC/DC-Riff samt „TNT-Gedächtnis-Oi“, Synthie-Spielereien und Roboterstimmen auf. Pluspunkt die starke Bridge mit aufbauender Wirkung, ohne jedoch in einem Höhepunkt zu gipfeln. Auch bei „Hurry Up & Die“ standen die Australier Pate bevor ab dem Pre-Chorus Iggy And The Stooges samt obligatorischem Ein-Finger-Klavier die Führung übernehmen.

Angus Young und Co blitzen im Verlauf des Albums immer wieder mal auf, einigermaßen überzeugend wirkt dies nur auf dem eingängigen „Hot For Nietzsche“. Ansonsten wird deutlich, dass andere diesen Stil eindeutig besser beherrschen. Überraschen und überzeugen können anschließend immerhin noch „Skinhead Rock’n’Roll“, der als „Rocky-Soundtrack“ eine gute Figur abgegeben hätte und „John Carpenter Powder Ballad“, der genauso im 80s-AOR fischt und mit latent an Bands wie Bon Jovi oder Survivor erinnert.

Auf der anderen Seite stehen fast schon ärgerliche Nullnummern wie „On The Rag“, welches bei Danko Jones nicht mal zur B-Seite gereicht hätte oder „Let The Punishment Fit The Behind“, das sich selbst für „Ohoho ohohohohoho“-Chöre nicht zu schade ist. So gelingt den Norwegern mal wieder nicht der große Wurf und eine Neuausrichtung wäre eine Überlegung wert. Mit „Rocknroll Machine“ wird deutlich, dass die Zeit der Turbojugend schon lange vorbei ist.

Anspieltipps:

  • Part II: Well Hello
  • Skindhead Rock’n’Roll
  • John Carpenter Powder Ballad

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