George Ezra - Staying At Tamara´s - Cover
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George Ezra Staying At Tamara´s


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach dem Sensationsdebüt aus dem Jahr 2014 hält George Ezra die Stellung auf gutem Niveau, ohne sich hörbar weiterentwickelt zu haben.

Im Frühsommer 2014 legte der damals 21-jährige Brite George Ezra mit „Wanted On Voyage“ sein Debütalbum vor, das sich im Laufe der folgenden Jahre, befeuert durch Hitsingles wie „Budapest“ und „Blame it on me“, bis heute mehr als drei Millionen Mal verkaufen sollte. Es gab keinen großen Musik-Markt, auf dem das Album nicht mindestens die Top 20 gekackt hat. In zehn Ländern erreichte es sogar die Top Ten. Selbst in den USA und Kanada funktionierte der federleichte Songwriter-Pop des Newcomers, der sich inhaltlich aus George Ezras Erfahrungen und Inspirationen speist, die der junge Sänger und Songschreiber auf seinen Reisen um die ganze Welt sammelt.

Den Grundstock der neuen Songs schuf George Ezra in der Anonymität Barcelonas, die Stadt, die er bereits auf seinem Debütalbum besang und die ihm nun einen Monat lang den Freiraum spendete, den er für seine kreative Entfaltung brauchte. Für die restlichen Songs holte sich der 24-Jährige seine Ideen quasi vor der Haustür in Norfolk, Kent, Wales und Schottland. Am Ende wurde das Album wie schon der Vorgänger von Cam Blackwood (London Grammar, Amy Macdonald, We Are Scientists, Jack Savoretti) produziert und in den Voltaire Road Studios in London aufgenommen.

Der erste Single-Vorbote von „Staying At Tamara’s“ (der Titel bezieht sich auf Ezras Airbnb-Aufenthalt in Barcelona als Untermieter von eben jener Tamara) ist der Track „Don’t matter now“, mit dem George Ezra bereits im Juni 2017 an den Start ging und vermuten ließ, dass der Singer/Songwriter auch auf seinem zweiten Album nahtlos an den Stil und den Erfolg seines Debüts anknüpfen wird. Schließlich ist „Don’t matter now“ ein charmanter Ohrwurm, der sich mit seinen vertrackten Rhythmen positiv von den üblichen Pop-Konformitäten abhebt.

Der Album-Opener „Pretty shining people“, das Ska-infizierte „Get away“ und das fröhliche „Shotgun“ schlagen mit eingängigen Refrains, ansteckenden Grooves und den immer wiederkehrenden Bläserriffs in eine ähnliche Kerbe wie „Don’t matter now“ und belegen schon nach kurzer Zeit, dass „Staying At Tamara’s“ ein sonnendurchflutetes Gute-Laune-Album ist, bei dem selbst Balladen wie „The beautiful dream“, „Hold my girl“ und „Only a human“ scheinbar gar nicht anders können, als immer noch irgendwo einen Sonnenstrahl hervorzuzaubern.

Fazit: „Staying At Tamara’s“ ist ein gutes Album, ohne an den frischen Charme des Debüts heranzureichen. Dennoch bietet auch dieses Werk wieder einige hitverdächtige Stücke, wobei der Balladenanteil zum Schluss ein bisschen zu hoch ausgefallen ist. Die abschließende Frage, die sich im Zuge des „Wanted On Voyage“-Albums stellte, ist damit aber immer noch nicht geklärt. In Welche Richtung möchte sich George Ezra weiterentwickeln: Ernsthafter Songwriter oder Radio-Pop-Muckelchen? Wir bleiben diesbezüglich am Ball.

Anspieltipps:

  • Paradise
  • Shotgun
  • Hold my girl
  • Don’t matter now
  • Pretty shining people
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