Manic Street Preachers - Resistance Is Futile - Cover
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Manic Street Preachers Resistance Is Futile


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Manic Street Preachers haben heuer nicht viel mitzuteilen. Das Ergebnis ist ein zahmes Popalbum ohne Höhepunkte und Biss.

Ungewöhnlich lange hat es diesmal für ihre Verhältnisse gedauert, bis die Manic Street Preachers mit „Resistance Is Futile“ nun ein neues Werk vorlegen, das eigentlich schon für Ende 2017 erwartet wurde. Die Wartezeit sei ihnen verziehen. Immerhin veröffentlichten die Waliser zuletzt mit „Rewind The Film“ (09/2013) und „Futurology“ (07/2014) einen in der Entstehung kräftezehrendes Longplayer-Doppelpack, an das sich noch der gewohnte Tour-Stress anschloss. Da kann einem die Zeit schon mal ein bisschen wegrennen, zumal die Band auch noch ihr angestammtes Studio in Cardiff gegen ein neues tauschen musste.

So wurde der nunmehr 13. MSP-Longplayer von James Dean Bradfield (Gesang, Gitarre), Sean Moore (Schlagzeug) und Nicky Wire (Bass) in guter Tradition mit dem langjährigen Produzenten-Partner – und so etwas wie dem vierten Bandmitglied – Dave Eringa (Idlewild, Roger Daltrey, 3 Colours Red, Ocean Colour Scene, Kylie Minogue) in dem frisch in Betrieb genommenen, Band-eigenen Door To The River Studio-Komplex in Newport, Wales, aufgenommen und als „so unglaublich melodisch, dass tatsächlich jeder Widerstand zwecklos ist“, angepriesen.

Dass es die Manic Street Preachers damit ernst meinen, zeigt bereits der melodieselige Opener „People give in“, der mit schmalzigen Streichern, Keyboard-Geklimper, Ohoho-Chören und einer extra-fluffigen Melodie aufwartet. Die fehlenden E-Gitarrenklänge servieren die Waliser aber sogleich im folgenden „International blue“ nach, das schon deutlicher nach den typischen MSP-Songs klingt. Offenbar muss sich das Trio erst mal finden. Doch gelingt dies auch? Denn Pop-Plattitüden wie „Vivian“ oder auch „Dylan & Caitlin“ sprechen da leider eine andere Sprache.

Deshalb ist es kein Wunder, dass sich die Manic Street Preachers über weite Strecken in leider Gottes ziemlich belangloser Popmusik verlieren, die hier und da wie von einer Party-Kapelle klingt („Broken algorithms“), aber nicht mehr nach einer zornigen Band, die etwas Wichtiges zu sagen hat. So werden inhaltlich allerlei Themengebiete über Kunst, Kultur und Politik abgehandelt und dabei nur selten mit etwas mehr Verve vorgetragen. Titel wie „Liverpool revisited“, „Sequels of forgotten wars“ oder auch „A song for the sadness“ sind solche Ausnahmen, die „Resistance Is Futile“ allerdings auch nicht vor dem blanken Durchschnitt retten können.

Anspieltipps:

  • International blue
  • Liverpool revisited
  • Hold me like a heaven
  • A song for the sadness
  • Sequels of forgotten wars

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