JB Dunckel - H+ - Cover
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JB Dunckel H+


  • Label: Jive/Sony Music
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Jean-Benoit Dunckel, die zweite Hälfte von Air, befindet sich weiter im Kreativ-Rausch und zaubert mit „H+“ schon wieder neue Musik aus dem Hut.

Den Anhängern elektronischer Popmusik muss der Name Jean-Benoit Dunckel (48) nicht mehr vorgestellt werden. Seit mehr als 20 Jahren ist er als Mitglied des französischen Duos Air zusammen mit Nicolas Godin im Auftrag des gepflegten Electro-Pop unterwegs. Da Air seit dem 2012 Album „Le Voyage Dans La Lune“ aber keinen neuen Longplayer mehr an den Start gebracht haben, ist JB Dunckel vermehrt mit Soloprojekten beschäftigt. Er gründete zusammen mit der britischen Musikerin Lou Hayter die Band Tomorrow´s World, die im April 2013 ihr gleichnamiges Debüt veröffentlichte und brachte zusammen mit dem Isländer Barði Jóhannsson unter dem Banner Starwalker eine EP (2014) und ein Album (2016) heraus.

Darüber hinaus befriedigte JB Dunckel in den letzten drei Jahren seine Leidenschaft für Filmmusik mit den Soundtrack-Arbeiten zu „Summer“ (2015), „Swagger“ (2016) und „K.O“ (2017). Und weil das alles noch nicht genug ist, legt der Franzose mit „H+“ nun auch noch sein zweites offizielles Studioalbum nach dem 2006er Release „Darkel“ vor. Also zur Abwechslung mal keine Filmmusik. Aber haben Air nicht schon immer diese verträumt-spacigen Klänge produziert, die sich so wunderbar mit den Bildern auf der großen Leinwand kombinieren lassen? Das würde erklären, warum JB Dunckel mit seinen Solowerken nie wirklich weit vom Air-Sound entfernt ist.

Also steigen wir zusammen mit JB Dunckel in sein Raumschiff namens „H+“ und lassen uns mit Zuckerwatte und Valium durch Synthesizer-geprägte Melodien treiben und von Dunckels markant-androgyner Stimme, die den französischen Dialekt bis heute nie ganz verstecken kann, einlullen. Denn was den Hörer anfänglich noch charmant bezirzt, gestaltet sich mit zunehmender Spieldauer zu einer ziemlich zähen Nummer, für die sich der geneigte Konsument nur schwer zu weiteren Hördurchgängen motivieren kann.

JB Dunckel zelebriert seine zeitlupenartigen Klanggebilde, die viel öfter Auflockerungen wie die beiden Schluss-Tracks „Carpet bombing“ und „Kill for you“ benötigt hätten, um eine beständige Faszination für „H+“ auszulösen. So aber mäandern die meisten Stücke unverbindlich vor sich hin und schweben wie kleine Satelliten ungestört in ihrer eigenen Umlaufbahn durchs All.

Anspieltipps:

  • Hold on
  • Space age
  • The garden
  • Love machine
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Jellies
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