MGMT - Little Dark Age - Cover
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MGMT Little Dark Age


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach 4½ Jahren Pause meldet sich das New Yorker Indie-Electro-Pop-Duo mit zehn neuen Songs zurück.

Das New Yorker Indie-Electro-Pop-Duo Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser alias MGMT ist seit nunmehr 15 Jahren im Geschäft und trotz des seit ihrem 2007er Debütalbum ausbleibenden kommerziellen Erfolgs immer noch ein Teil der Major-Industrie. Nun gut, es soll ja durchaus Künstler geben, die machen dürfen, was sie wollen, ohne dass ihnen ein strenger Bilanzbuchhalter auf die Finger klopft, den Vorschuss zurückfordert oder mit Rausschmiss droht. So sind seit dem selbstbetitelten Vorgänger (09/2013) inzwischen knapp 4½ Jahre vergangen, in denen MGMT nicht wirklich vermisst wurden. Doch nun lässt Columbia Records das Duo mit „Little Dark Age“ wieder von der Leine.

Während MGMT auf „Oracular Spectacular“ noch ein ureigenes Klangbild kreierten, greifen sie auf „Little Dark Age“ in die 80s-Schublade, um sich neue Inspirationen zu holen. Blumige Synthesizer, trockene Bässe und mit viel Hall aufgenommener Gesang – MGMT zelebrieren in Songs wie „When you die“, „Me and Michael“ oder auch dem Titeltrack mit Inbrunst den Sound der 80er Jahre, verzichten dabei aber bei allen Querverweisen wie Tears For Fears, Depeche Mode, The Cure, Propaganda oder auch OMD weitgehend auf charttaugliche Ohrwürmer.

MGMT mögen es gerne etwas schräg. Mit dieser Einstellung bekämpfen sie eine zu sehr ausgeprägte Eingängigkeit ihrer Songs, die dadurch immer wieder latente Psychedelic-Anstriche erhalten und die New Yorker ihrem spinnerten Image treubleiben lassen. Auf diese Weise schufen MGMT Songs, die inhaltlich über übermäßigen Smartphone-Gebrauch („TSLAMP“) und Fitnessstudiobesuche als Beziehungskiller („She works out too much“) philosophieren und musikalisch von Kollegen wie Ariel Pink, Jonathan Wimberly, Connan Mockasin und Sebastien Tellier unterstützt wurden.

Für den einen wird diese elektronische Zeitreise in die 80er Jahre tatsächlich so etwas wie ein Lichtblick sein, während sich der Rest eher nach smoothen Popsongs sehnt, die MGMT heuer nur in begrenzter Stückzahl im Programm haben. Im Vergleich zum nur schwer zugänglichen Vorgänger ist „Little Dark Age“ dennoch ein Schritt in die richtige Richtung, der hoffentlich nicht erst in fünf Jahren fortgesetzt wird.

Anspieltipps:

  • TSLAMP
  • When you die
  • Me and Michael
  • When you’re small
  • One thing left to try
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