Andrew W.K. - You´re Not Alone - Cover
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Andrew W.K. You´re Not Alone


  • Label: Bee & El/Sony Music
  • Laufzeit: 52 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Motivationstrainer bringt eine Platte mit seinen besten Sprüchen raus.

Musikalisch ist Andrew W.K. seit unzähligen Jahren in der Versenkung verschwunden. Zwar hat er nach seinem Erfolgs- und Debütalbum „I Get Wet“ aus dem Jahr 2001 noch einige Alben veröffentlicht, allerdings erschien alles außer dem „Jackass“-Soundtrack-Beitrag „We Want Fun“ doch eher irrelevant und lief unter dem Radar. Also versuchte sich der muskelbepackte Amerikaner als Radiomoderator, Clubbesitzer, Musikproduzent, TV-Liebling und Motivationstrainer. Gerade letztere Beschäftigung hat sich nun auf seinem neuen Album „You’re Not Alone“ mehr als deutlich niedergeschlagen.

Neben drei Spoken-Word-Tracks, die sich einer unangenehmen Küchentischpsychologie bedienen, bezeugen auch die Songtexte, dass dieses Werk im Prinzip eine einzige Motivationsrede ist. Über leichte Industrialsounds werden Zeilen wie „They say that nobody changes, but I’m living proof that they do, cause I found the answer and you can find the answer too“ schwadroniert („Ever Again“) und der Pseudo-Bombastrock in „Give Up On You“ wartet mit Textfetzen aus zusammengewürfelten Kalendersprüchen auf („We won’t give up on you, won’t let you down, if you need a friend. If you’re feeling sad, if You’re feeling low, you can count on us, we will give you hope“).

Doch auch musikalisch hat Andrew Wilkes-Krier nicht viel zu sagen. Zwar waren auch seine bekannten Hits, nun ja, eher simpel aufgebaut, aber man muss zugeben, dass „Party Hard“ und „We Want Fun“ ihre einfachen Mittel effektiv einsetzten und so zu Dauerbrennern in vielen Jugendräumen dieser Republik wurden. Der Sound ist heute genauso matschig und undifferenziert wie früher, und an die genannten Songs erinnert vielleicht noch „I Don’t Know Anything“. Die Kopfstimme im vor Pathos triefenden „Music Is Worth Living For“ lässt eher an einen Comedian, denn einen Musiker denken. Dazu gibt es noch eine radiotaugliche Deprinummer („Total Freedom“), Power-Metal-Anleihen im Titelsong und der Versuch pompöser Rockmusik („Party Mindset“, „The Party Never Dies“).

Auf dieses musikalische Comeback hat eigentlich niemand gewartet und so hart es klingt, da der 38-Jährige prinzipiell ein sympathischer Zeitgenosse ist, es wird auch niemand brauchen. Als Give-Away bei seinen Motivationsabenden wäre „You’re Not Alone“ sicher eine nette Dreingabe. Das musikalisch, aber vor allem textlich hart an der Grenze zur Fremdscham bewegende Werk auf die allgemeine Öffentlichkeit loszulassen, kann man fast schon dreist nennen.

Anspieltipps:

  • I Don’t Know Anything

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